Integrierter Bericht 2016 - Qualität, die überzeugt!
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Verantwortung und gesellschaftliches Engagement fortgeführt

Seit Gründung der Deutschen Bahn Stiftung gGmbH im Jahr 2013 kommt der DB-Kon­zern seiner gesellschaftlichen Verantwortung noch wirkungsvoller nach. Unter der Schirmherrschaft von Christina Rau bündelt die Stiftung die ge­­meinnützigen Projekte sowie das DB Museum und entwickelt das Engagement programmatisch im Sinne ihres Leitbildes »Anschluss sichern. Verbindungen schaffen. Weichen stellen.« weiter. Die Deutsche Bahn Stiftung will eine Gesellschaft mitgestalten, in der Menschen für sich und andere Verantwortung übernehmen. Dafür kooperiert sie mit Partnern in den Bereichen Bildung, Ehrenamt, gesell­­schaftliche Integration und humanitäre Hilfe.

Verantwortung für Menschen am Rande der Gesellschaft

Die Deutsche Bahn Stiftung setzt sich vor allem für Menschen in Notlagen ein und unterstützt Projekte, die diese Menschen zurückholen in die Mitte der Gesellschaft. So unterstützt sie zum Beispiel die Off Road Kids Stiftung, um neue Lebensperspektiven für obdachlose Jugendliche zu finden. Am zehnten DB Kids-Camp im Sommer 2016 nahmen rund 60 Heimkinder teil, die für ihr heraus­ragendes soziales En­­ga­gement und besondere schulische Leistungen belohnt wurden. Die Deutsche Bahn Stiftung hat im Berichtsjahr außer­­dem neun Netzkarten für die Sozialarbeiter zur Verfügung gestellt, damit die Straßenkinder bundesweit betreut werden können.

Programm »Ehrensache«

Mit dem Programm »Ehrensache« unterstützt die Deutsche Bahn Stiftung ab 2016 deutschlandweit DB-Mitar­bei­­ter, die sich in ihrer Frei­zeit im Ehren­­amt engagieren, mit einer Spende an die jeweilige gemeinnützige Orga­nisa­­tion in Höhe von bis zu 500 €. Mit einer Spende an eine Flüchtlingseinrichtung in Berlin in Höhe von 5.000 € würdigte die Deutsche Bahn Stiftung außerdem beispielhaft das ehrenamtliche Engage­­ment von DB-Azubis, die sich im Rah­men des Wettbewerbs »Bahn-Azubis gegen Hass und Gewalt – Gemeinsam für ein tolerantes und respektvolles Miteinan­­der« einsetzen.

In Bahnhofsnähe führt die Deutsche Bahn Stiftung mehrere Projekt durch, wie beispielsweise die »Mobi­­len Einzelfallhelfer« bei der Bahnhofsmission am Berliner Bahnhof Zoo und die Ambulanz in der Nähe des Berliner Hauptbahnhofs. Dort erhalten Menschen ohne Krankenversicherung ganzjährig und kostenlos medizinische Hilfe.

Zudem hat die Deutsche Bahn Stiftung im Berichtsjahr ihre Unterstützung für die Bahnhofsmissionen bundesweit ausgeweitet. Zusammen mit der Konferenz für Kirchliche Bahnhofsmission wird seit April 2016 regelmäßig ein Schwerpunktthema ausgelobt, um konkrete Vorhaben der insgesamt 104 Bahnhofsmissionen zu fördern. In diesem Rahmen werden beispielsweise in Würzburg Menschen mit Flüchtlingshintergrund zu ehren­­amtlichen Helfern in der Bahnhofsmission ausgebildet. In der Bahnhofsmission in Düsseldorf werden neue Ehrenamtliche geschult, um besonders ältere Menschen mit dem Bahnhofsquartier vertraut zu machen. Dafür werden Kooperationspartner aus dem Quartier eingebunden und die Gegend wird von den Teilnehmenden gemeinsam erkundet.

Aufklärungsarbeit und Forschung zur Volkskrankheit Depression

In der Bahnhofsmission am Berliner Hauptbahnhof hat die Deutsche Bahn Stiftung mit den »Mutmachern am Bahnhof« ein Hilfsnetzwerk für Menschen in psychosozialen Notlagen etabliert. Zwei speziell ausgebildete »Mutmacher« werden von einer Oberärztin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité begleitet. Die Mutmacher bieten strukturierte Gespräche an, leisten unbürokratische Hilfe und begleiten Menschen in Notlagen in das soziale und psychia­­trische Hilfesystem Berlins.

Auch setzt sich die Deutsche Bahn Stiftung im Berichtsjahr weiterhin für die Bekämpfung der Depression ein. Zu­­sam­­men mit der Stiftung Deutsche Depressionshilfe (SDD) konnte das Forschungszentrum Depression in Leipzig weiter aufgebaut werden, das versorgungsnahe Forschung be­­treibt und neue Therapieansätze entwickelt. Mit Ausweitung des Infotelefons und Stärkung der regionalen Bündnisse gegen Depression konnte die Versorgungslage Betroffener verbessert werden. Über das kostenlose Infotelefon wurden bislang knapp 3.000 Anrufer fachkundig beraten. Zum Welttag der Seelischen Gesundheit am 10. Oktober 2016 stellte die Stiftung Deutsche Depressionshilfe mit Mitteln der Deutsche Bahn Stiftung iFightDepression vor, ein kostenfreies, mehrsprachiges und von Ärzten begleitetes Selbstmanagementprogramm für Patienten mit leichteren Depressionsformen.

20 Jahre Leseförderung in Deutschland

Sprache ist der Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe und Integration. Die Deutsche Bahn Stiftung setzt sich gemein­­sam mit der Stiftung Lesen für die Lese- und Sprachförderung von Kindern und Ju­­gend­­lichen in Deutschland ein. Mit dem kostenlo­­sen Erzählband »Geschich­­ten für unterwegs« haben die Deutsche Bahn Stiftung und die Stiftung Lesen im November zum 20-jährigen Bestehen der Leseförderung in den ICE-Zügen zum Vor- und Selberlesen ein­geladen. Zudem wurde die Aus­­stattung aller rund 50.000 Kitas bundesweit mit den Vorlesekoffern »Alle Kinder dieser Welt« im Be­­richtsjahr erfolgreich abgeschlossen.

Mit dem Projekt »Ich spre­­che Deutsch« setzt sich die Deutsche Bahn Stiftung in Deutschland für die Integration von Flüchtlingen ein. Begleitet durch ehrenamtliche Helfer erlernen Flüchtlinge erste Grundkenntnisse der deutschen Sprache. Über 650 DB-Mitarbeiter engagierten sich ehrenamtlich in dieser Initiative. Insgesamt wurden rund 7.000 Lehr- und Lernbücher bundesweit an fast 300 Orten verteilt.

Humanitäre Hilfe für Haiti

In Haiti ist die Lage nach dem verheeren­­den Wirbelsturm Matthew im Oktober 2016 katastrophal. Um die Ausbreitung der Cholera zu verhindern, werden dringend medizinische Hilfs­-gü­­ter sowie mo­­bile Geräte zur Auf­be­­­reitung von Trinkwasser benötigt.

Die Deutsche Bahn Stiftung und das Kinderhilfswerk nph deutschland e.V. organisierten eine gemeinsame Hilfsaktion mit logistischer Unter­stüt­­zung durch DB Schenker, an der sich sieben weitere Organisationen beteili­­gten. Mitte November wurden 73 t Hilfsgüter – Notfall-Kits für Ärzte, Hygiene-Sets, Zelte und Kleidung – nach Port-au-Prince gebracht.

DB Museum – Eisenbahngeschichte, lebendig erzählt

Unter ihrem Dach führt die Deutsche Bahn Stiftung das DB Museum mit den Standorten Nürnberg, Koblenz und Halle (Saale). Im Jahr 2017 wird das DB Museum 135 Jahre bestehen. Es bewahrt die älteste eisenbahn­geschichtliche Sammlung der Welt und macht die verschiedenen Epochen des Schienenverkehrs dauerhaft zugänglich. In Erinnerung an die erste deutsche Verbindung Nürn­­- berg – Fürth eröffnete bereits 1899 das »Königlich Bayerische Eisenbahnmuseum« am Nürnberger Hauptbahnhof. Die heutige Dauerausstellung reflektiert, wie das Verkehrsmittel Eisenbahn im 19. Jahrhundert das Alltagsleben der Menschen und die wirtschaftliche Entwicklung von Deutsch­­land und Europa veränderte. Das Thema »Reichsbahn im Nationalsozialismus« hat einen festen Platz in der Daueraus­­stellung, ebenso die Geschichte der in der Weimarer Republik gegründeten Deutschen Reichsbahn. Auch die Geschichte der DDR-Reichsbahn ist vertreten und wird parallel zur Bundesbahn präsentiert. An den Museumsstandorten Koblenz und Halle (Saale) wird Eisenbahngeschichte ebenfalls leben­­dig gehalten, etwa durch regelmäßige Publikumsfahrten mit historischen Fahrzeugen und Sonderveranstaltungen. Zahlreiche Ehrenamtliche engagieren sich vor Ort für den Erhalt der Fahrzeuge, bieten Führungen und Schulveranstaltungen an. Im Berichtsjahr erzielte das DB Museum mit mehr als 235.000 Besuchern aus aller Welt einen neuen Besucherrekord.

Darüber hinaus nimmt die Deutsche Bahn Stiftung eine besondere Verantwortung für das historische Eisenbahn­erbe wahr. Im Berichtsjahr übernimmt sie aus dem Nach­­lass des renommierten Eisenbahnhistorikers und inter­­­­­- na­­tio­­­­­­­­nal geachteten Holocaustforschers Dr. Alfred Gottwaldt dessen umfangreiches und einmaliges Archiv zur Eisenbahn­­geschichte. Ziel ist es, die Sammlungen und Forschungs­­arbeiten für die Nachwelt zu erschließen und zu bewahren. Der Nachlass enthält seltene Fotografien, Eisenbahn­doku­mente, Prospekte, Sammlungsgegenstände zur Eisenbahngeschichte sowie Unterlagen zu biografischen For­schun­­gen. Künftig soll der Nachlass für Ausstellungen und die Forschung genutzt werden können und die Bestände des DB Museums in Nürnberg ergänzen. Mit der kritischen Aufarbeitung deutscher Eisenbahngeschichte trägt die Deutsche Bahn Stiftung dazu bei, die Erinnerung für die Gegenwart wachzuhalten.

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