Integrierter Bericht 2016 - Qualität, die überzeugt!
DE EN

Ereignisse 2016

Verfahren wegen Zugunglück abgeschlossen

Im Februar 2016 ist es auf der Strecke zwischen Bad Aibling und Kolbermoor in Bayern zu einem schweren Zugunglück mit zwölf Toten und zahlreichen Verletzten gekommen. Ursächlich waren mehrere Fehlhandlungen des Fahrdienstleiters. Dieser wurde am 5. Dezember 2016 vor dem Landgericht Traunstein zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.

Neues großes elektronisches Stellwerk im Bau

Die Bauarbeiten für ein neues elektronisches Stellwerk (ESTW) in Osnabrück haben im Mai begonnen. Das neue Stellwerk steuert künftig den 63 km langen Abschnitt Natrup – Hagen – Lembruch auf der Strecke Münster – Bremen sowie den 35 km langen Abschnitt Wissingen – Velpe auf der Strecke Löhne – Rheine und ersetzt 16 alte Stellwerke. Damit ist das neue ESTW eines der größten in Deutschland. Bund und DB-Konzern investieren hierfür rund 175 Mio. €.

Digitales Planen und Bauen

[F4«22/39» DB 02Auch bei der Planung und Umsetzung von Infrastrukturvorhaben setzen wir auf Digitalisierung. Im Oktober wurde eine Sammelvereinbarung zur Finanzierung von Building Information Modelling (BIM) im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms unterzeichnet. BIM verbindet die objektorientierte 3-D-Darstellung von Bauwerken mit Informationen zu Terminen, Kosten, Leistungsverzeichnissen und betriebsrelevanten Daten. Das digitale Planen und Bauen erhöht die Transparenz und reduziert Risiken im Planungs- und Bauablauf deutlich. DB Netze Fahrweg erprobt die digitale Arbeitsmethodik anhand von 13 Pilotprojekten, unter anderem bei Ausbauabschnitten der Strecke Emmerich – Oberhausen, dem Rhein-Ruhr-Express und Karlsruhe – Basel sowie der Fehmarnbeltquerung.F4«22/39»]

Digitalisierung in der Instandhaltung

[F5«11/15» Zur Sicherstellung einer hohen Qualität der Eisenbahninfrastruktur nutzt die DB Netz AG bei der Instandhaltung des Schienennetzes die Möglichkeiten von Digitalisierung und technologischen Innovationen. F5«11/15»]

Im Rahmen von Standardisierung Produktionssystem Instandhaltung (SPI) werden der Dispositions- und Rückmeldeprozess der operativen Instandhaltung flächendeckend standardisiert und digitalisiert. Der Rollout von Stufe 1 wurde im Berichtsjahr weitgehend abgeschlossen. Damit arbeitet die Instandhaltungsorganisation digital. So wurde zum Beispiel die digitale Befundung von Brücken eingeführt.

Mit der digitalen Weichendiagnose zur prädiktiven Instandhaltung wird eine weitere Chance der Digitalisierung genutzt. Um die Verfügbarkeit von Weichen zu optimieren, wird ein digitales Ferndiagnosesystem eingesetzt, mit dem potenzielle Störungen vor Eintritt erkannt werden können. Hierbei wird durch die Messung des Stellstroms der Weiche frühzeitig erkannt, wenn die Funktionalität einer Weiche zum Beispiel durch Verschmutzung der Mechanik nicht mehr garantiert ist. Die Instandhaltung erhält so ein Indiz für eine mögliche Störung und kann diese präventiv beheben. Im Berichtsjahr wurden mehr als 6.600 Weichen mit den Stellkraftdiagnosesystemen ausgerüstet. Bis Ende 2020 werden es über 30.000 Weichen sein.

Mit dem System Fiber-optic Sensing können Hindernisse auf Gleisen erkannt, der Zustand von Oberbau und Fahrzeugen überwacht sowie Kabeldiebstähle detektiert und dadurch Gegensteuerungsmaßnahmen eingeleitet werden. Es nutzt die vorhandene Lichtwellen-Kabelinfrastruktur am Gleis, um Geräusche an der Strecke aufzunehmen, digital zu erfassen und einem eindeutigen Ereignis zuzuordnen. So lässt sich die Ursache des Geräuschs erkennen und analysieren, ob eine Störung vorliegt. Nachdem das System bereits seit Längerem im Landrückentunnel als Pilot im Einsatz war, wurde es im Berichtsjahr auf weiteren Teststrecken eingeführt.

Lärmabhängiges Trassenpreissystem unterstützt Umrüstung von Güterwagen

DB 07Das Lärmabhängige Trassenpreissystem (LaTPS) sieht einen Zuschlag für laute Güterzüge von derzeit 3 % auf den regulären Trassenpreis vor. Güterzüge, die zu 90 % aus Wagen mit leisen Bremssohlen bestehen, sind von der Zahlung ausgenommen. In der Netzfahrplanperiode 2015/2016 wurden rund 13 Mio. € generiert, die vollständig der Finanzierung von Bonuszahlungen für EVU zugutekommt, die ihre Güterwagen auf leise Verbundstoffbremssohlen umgerüstet haben. 2016 haben wir für 2015 im LaTPS insgesamt 11.025 Anträge (2014: 5.388) zur Förderung lärmgeminderter Bestandsgüterwagen erhalten und positiv beschieden. Insgesamt wurden für die gestellten Anträge 2,34 Mio. € (2014: 1,47 Mio. €) als Bonus an die EVU ausgezahlt. Das LaTPS wird bis Ende 2020 bestehen. Über die gesamte Laufzeit ist das Programm erlösneutral.

Fortschritte bei Neu- und Ausbaumaßnahmen

[F5«12/15» Auch im Berichtsjahr haben wir zahlreiche Fortschritte bei Neu- und Ausbaumaßnahmen erzielt. F5«12/15»]

    Planungsfinanzierung für 21 Großprojekte

    Im September 2016 haben das BMVI und der DB-Konzern die Sammelvereinbarung 46 im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms zur Finanzierung von Planungskosten unterzeichnet. Der Bund stellt in den Jahren 2016 bis 2018 rund 138 Mio. € für die Entwurfs- und Genehmigungsplanung von 21 Neu- und Ausbaumaßnahmen zur Verfügung, damit die Planungen von Projekten wie dem Ausbau der Knoten Frankfurt, Hamburg und München oder der Strecke Karlsruhe – Basel schneller vorangetrieben werden können.

    Fortschritte beim VDE 8

    Wesentliche Weiterentwicklungen des VDE 8.1 im Berichtsjahr sind:

    • Bei der Ausbaustrecke Nürnberg – Ebensfeld steht der Abschnitt Erlangen – Baiersdorf kurz vor der Fertigstellung, die Abschnitte Baiersdorf – Forchheim sowie Breitengrüßbach – Ebensfeld befinden sich im Bau.
    • Auf der Neubaustrecke Ebensfeld – Erfurt wurden die ersten Testfahrten aufgenommen, die Fertigstellung der Bahnstromleitung Süd ist erfolgt, die Oberleitung wurde dauerhaft zugeschaltet und die ESTW-Technik installiert.
    • Im Knoten Halle werden auf rund 12 km Länge Brücken, Gleise, Verkehrsstation, Zugbildungsanlage und Stellwerkstechnik gebaut.
    • Im Knoten Erfurt wurden die Bauarbeiten vorzeitig abgeschlossen.
    • Im Knoten Leipzig sind die Arbeiten zur Erhöhung der Einfahrgeschwindigkeit angelaufen.
    • Zulaufstrecken befinden sich im Bau, zum Beispiel die Strecke Erfurt – Eisenach.

    VDE 8.1 soll zum Fahrplanwechsel 2017 in Betrieb gehen.

    Ausbau Brennernordzulauf

    DB Netze Fahrweg erarbeitet im Auftrag des Bundes gemeinsam mit der ÖBB INFRA im Inntal zwischen Rosenheim und Kufstein Trassenfindungsverfahren für eine Neubaustrecke zum Brennerbasistunnel. Dies geschieht in einem repräsentativen Beteiligungsverfahren mit der gesamten Region.

    Schienenanbindung Fehmarnbeltquerung

    2016 wurde die Entwurfsphase begonnen, im Sommer 2017 wird der erste Abschnitt zur Planfeststellung eingereicht. Fertigstellung der zweigleisigen und elektrifizierten Neu- und Ausbaustrecke ist für 2024 geplant. Laut Mitteilung des dänischen Verkehrsministeriums wird sich die Inbetriebnahme des Fehmarnbelttunnels aufgrund des andauernden Planfeststellungsverfahrens auf deutscher Seite voraussichtlich auf 2026 bis 2028 verzögern. Die Vorplanungen für eine alternative Fehmarnbeltquerung mit Fertigstellung im Jahr 2028 laufen aktuell an.

    S-Bahn München

    Das Planrecht für alle Abschnitte des Projekts 2. S-Bahn-Stammstrecke München liegt vor, allerdings sind noch einige Klagen anhängig. Auf Basis der ersten Ausschreibungen wurde die Kostenplanung überarbeitet. Im Ergebnis wurden Gesamtkosten von 3,84 Mrd. € inklusive eines Risikopuffers ermittelt. Eine seitens des Freistaates Bayern eingesetzte Expertengruppe hat die sachgerechte Kostenermittlung bestätigt. Seitens des Bundes wurde die Empfehlung zur Aufnahme in die Kategorie A des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz-(GVFG-)Programms ausgesprochen. Im Dezember 2016 erklärte der Freistaat Bayern die unbedingte Durchfinanzierung der Maßnahme. Damit wurde der unterzeichnete Bau- und Finanzierungsvertrag rechtskräftig. Der Spatenstich ist im April 2017 vorgesehen.

    Ausbau S-Bahn Köln begonnen

    Im September 2016 wurde die Planungsvereinbarung für den Ausbau der S 11 in Köln zwischen der DB Netz AG, der DB Station&Service AG, dem NRW-Verkehrsministerium und dem Nahverkehr Rheinland (NVR) unterzeichnet. Das Gleiche wird auch für die S 12 (Elektrifizierung der Erftbahn) verhandelt. Im November 2016 folgte der Spatenstich des rund 13 km langen Ausbaus der S 13. Neben Neu- und Umbauten der Strecke werden auch zwei neue Haltepunkte errichtet und vier Haltepunkte umgebaut. Der stark frequentierte Kölner Eisenbahnknoten ist einer der größten Engpässe im nationalen und internationalen Netz. Kernelemente zur Auflösung des Engpasses sind der Ausbau der S-Bahn-Stammstrecke und der Einsatz einer modernisierten, leistungsfähigeren Leit- und Sicherungstechnik. Der Ausbau beider S-Bahnen ist Teil eines Gesamtkonzepts, das den Bahnknoten Köln wirkungsvoll entlasten sollen.

    Fortschritte bei weiteren Projekten

    • Große Teile der Strecke zwischen Karlsruhe und Offenburg sowie der Katzenbergtunnel sind bereits in Betrieb. Ende Mai 2016 startete die erste Vortriebsmaschine am Raststatter Tunnel, ein weiterer Meilenstein im Projekt. Die zweite Maschine hat ihre Arbeit an dem 4.270 m langen Bauwerk Ende September aufgenommen. Gebaut wird zudem zwischen dem Katzenbergtunnel und der Schweizer Grenze. Im Januar 2016 stellte ein Beschluss des Deutschen Bundestags die Weichen, um die Planung im Bereich zwischen Offenburg und Riegel sowie Hügelheim und Auggen entsprechend den regionalen Forderungen beginnen zu können.
    • Die Bürgerbeteiligung bei der Strecke Hanau – Würzburg/Fulda, mit der das Trassenauswahlverfahren begleitet wird, wurde fortgeführt. Die Mitglieder des Dialogforums gaben zahlreiche Hinweise und Anregungen, die in die Planungen einflossen. Die bestmögliche Streckenführung soll bis zur zweiten Jahreshälfte 2017 ermittelt werden.

    Entlastung des Eisenbahnknotens Frankfurt

    Der Verkehrsknoten Frankfurt ist einer der am stärksten frequentierten in Deutschland. Mit folgenden Maßnahmen wird die Zukunftsfähigkeit gewährleistet:

    • Ende 2019 erhält der neue Frankfurter Stadtteil Gateway Gardens am Flughafen einen eigenen S-Bahn-Anschluss. Die Hauptbaumaßnahmen haben begonnen.
    • Für die S6 zwischen Frankfurt West und Bad Vilbel starteten die Hauptbauarbeiten.
    • Für den Bau der nordmainischen S-Bahn zwischen Hanau und Frankfurt fanden Erörterungstermine statt.
    • Für die Weiterentwicklung des Knotens Frankfurt-Stadion sind die Planänderungen eingereicht worden.
    • Der Planfeststellungsbeschluss für den zweigleisigen Ausbau des Homburger Damms ist seit Januar 2016 rechtskräftig. Der Finanzierungsvertrag wurde abgeschlossen, sodass die Bauarbeiten 2017 starten können.
    • Das Relaisstellwerk, das seit 1978 den S-Bahn-Verkehr auf der Tunnelstammstrecke steuert, wird bis 2018 durch ein elektronisches Stellwerk ersetzt.

    Eine der größten LuFV-Tunnelbaumaßnahmen gestartet

    Am 15. Januar 2016 fiel der Startschuss für den Bau des neuen, 909 m langen Pforzheimer Tunnels. Die Investitionen betragen rund 88 Mio. €. Die Arbeiten dauern mit dem eigentlichen Tunnelvortrieb, dem Innenausbau und der technischen Ausstattung bis voraussichtlich September 2018. Die Erneuerung des Pforzheimer Tunnels ist eine der größten Tunnelbaumaßnahmen im Rahmen unseres Infrastrukturmodernisierungsprogramms.

    Weitere Ereignisse

    • Mit Wirkung zum 1. Januar 2016 wurden 100 % der Anteile der DB Bahnbau Gruppe GmbH von der DB Netz AG auf die DB AG übertragen.
    • Nach einem Großbrand im Vorjahr wurde Ende 2016 die neue Instandhaltungshalle im Weichenwerk Witten fertiggestellt. Die Investitionen betrugen rund 4,5 Mio. €.
    nach oben