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Güterverkehr und Logistik

Straße mit stärkstem Wachstum im deutschen Güterverkehrsmarkt

 

Wachstumsrate

Marktanteil

Güterverkehrsmarkt in Deutschland
in % auf Basis der Verkehrsleistung

2016

2015

2016

2015

Schienengüterverkehr

~–0,5

+3,6

17,6

18,0

     DB-Konzern

~–3,4

–5,1

10,4

11,0

Konzernexterne Bahnen

~+4,0

+20,6

7,2

7,0

Straßengüterverkehr

~+2,8

~+1,6

71,5

70,8

Binnenschiff

~–3,7

–6,4

8,1

8,5

Rohrfernleitungen

+5,9

+1,0

2,8

2,7

Gesamtmarkt

~+1,7

~+1,2

100

100

Die Daten für die Jahre 2015 und 2016 entsprechen den per 17.Februar 2017 verfügbaren
Erkenntnissen und Einschätzungen (inklusive der rückwirkend ab 2011 angepassten Daten
zum Straßengüterverkehr). Die Marktanteile je Verkehrsträger sind gerundet.

Das Wachstum des deutschen Güterverkehrsmarkts entsprach 2016 etwa dem Durchschnitt der Jahre nach der Wirtschaftskrise 2008/2009. Nach einem schwachen Jahresbeginn stabilisierte sich die Entwicklung im weiteren Jahresverlauf bei einem Leistungsanstieg von etwa 1,5 bis 2 %. Gestützt wurde das Wachstum durch insgesamt positive Impulse aus dem konjunkturellen Umfeld, wobei aber einzelne Branchen deutlich hinter dem Vorjahresniveau zurückblieben. Diese unterschiedlichen Entwicklungen schlugen sich auch in den Ergebnissen der Verkehrsträger nieder. Während sich die Nachfrage im straßenaffinen Konsumgüterbereich und aus dem Baugewerbe dynamisch zeigte und der Lkw-Verkehr zusätzlich von einer infolge der erneut deutlich gesunkenen Dieselpreise gestiegenen Wettbewerbsfähigkeit profitierte, wirkte sich die schwache Entwicklung der Vorleistungsgüterindustrie dämpfend auf Schiene und Binnenschiff aus.

Schiene

  • 2016 konnte das Leistungsniveau des Vorjahres nicht erreicht werden.
  • Positive Entwicklung vor allem im Kombinierten Verkehr reichte nicht aus, die teils deutlichen Rückgänge in Bereichen wie beispielsweise Land-/Forstwirtschaft, Erze, Eisen/Stahl, Chemie, Mineralerzeugnisse und Fahrzeuge zu kompensieren.
  • Marktanteil der Schiene konnte nicht gehalten werden und ging zurück.
  • Rückgang der DB-Verkehrsleistung vor allem infolge einer schwachen Entwicklung in bedeutenden Branchen wie Kohle, Stahl und Chemie, bei denen DB Cargo einen hohen Marktanteil hat, sowie aufgrund von inter- und intramodalen Verkehrsverlagerungen. Im Kombinierten Verkehr lag das Leistungsvolumen annähernd auf dem Vorjahresniveau.
  • DB-Marktanteil fiel intramodal weiter auf etwa 59 % und intermodal auf 10,4 %.
  • Konzernexterne Bahnen entwickelten sich erneut überdurchschnittlich und konnten ihre Verkehrsleistung steigern, unter anderem wegen eines geringeren Anteils von Montanverkehren und Verkehrsverlagerungen.
  • Konzernexterne Bahnen verzeichneten die stärksten Zuwächse im Bereich Kombinierter Verkehr.

Straße

  • Verkehrsleistung entwickelte sich überdurchschnittlich. Gemäß der Mautstatistik des Bundesamtes für Güterverkehr trugen hierzu weiterhin vor allem im Ausland zugelassene Fahrzeuge bei, insbesondere aus dem mittel- und osteuropäischen Raum.
  • Neben kräftigen Impulsen aus der bedeutenden Baubranche wurde das Wachstum durch die gute Konsumstimmung gestützt. So profitiert die Straße von einer Nachfragesteigerung bei Kaufmanns- und Industriegütern sowie kleiner werdenden Sendungsgrößen bei steigenden Qualitätsanforderungen hinsichtlich Laufzeit und Pünktlichkeit.
  • Lkw-Verkehr legte auch durch Verkehrsverlagerungen von anderen Verkehrsträgern infolge der durch niedrige Dieselpreise gestiegenen Wettbewerbsfähigkeit zu.
  • Marktposition konnte im dritten Jahr in Folge weiter ausgebaut werden.

Binnenschiff

  • Gebremst durch überwiegend schwache Impulse im Massengutbereich sowie weitere Einschränkungen durch Niedrigwasserstände vor allem zum Jahresende 2016 wurde das Vorjahresniveau entgegen den Erwartungen zu Jahresbeginn erneut deutlich unterschritten.
  • Leistungsentwicklung zeigte sich in nahezu allen Bereichen schwach. Eine deutliche Unterschreitung des Vorjahresniveaus war vor allem in den Gütergruppen Land-/Forstwirtschaft, Kohle und Kokerei-/Mineralölerzeugnisse zu verzeichnen.
  • Der Marktanteil ging im dritten Jahr in Folge weiter zurück.

Europäischer Schienengüterverkehrsmarkt unter Vorjahresniveau

Die Verkehrsleistung im europäischen Schienengüterverkehr (EU 28, Schweiz und Norwegen) ging 2016 zurück. Gründe hierfür waren unter anderem die abgeschwächten Impulse aus schienenaffinen Branchen wie Kohle und Stahl. Stützend wirkte die weiterhin positive Entwicklung des Kombinierten Verkehrs. Das Jahr 2016 war von einer volatilen Entwicklung geprägt. Nach einem schwachen ersten Quartal folgte im Jahresverlauf eine leichte Stabilisierung. Zum Ende des Jahres sank die Verkehrsleistung wieder.

In einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld zeigten sich regional deutliche Unterschiede. Nach bisherigen Erkenntnissen konnte von den Top-Bahnen in Europa kaum ein Unternehmen seine Verkehrsleistung steigern. Im europäischen Netzwerk von DB Cargo blieb die Verkehrsleistung ebenfalls unter dem Vorjahr (–3,8 %), was vor allem auf eine schwache Entwicklung in den für DB Cargo wichtigsten Märkten Deutschland und Großbritannien zurückzuführen ist.

Im Einzelnen stellen sich die regionalen Entwicklungen im Vorjahresvergleich wie folgt dar:

Großbritannien

  • Deutlicher Verkehrsleistungsrückgang um rund 10 %.
  • Starker Rückgang vor allem in den Segmenten Kohle und Stahl. Die Kohleverkehre sind in den letzten zwei Jahren um rund 75 % zurückgegangen. Zuwächse bei den Intermodalverkehren konnten diese negative Entwicklung nicht kompensieren.
  • DB Cargo UK war vom Rückgang der Stahl- und Kohleverkehre besonders stark betroffen. Die führende Marktposition konnte dennoch gehalten werden.

Polen

  • Verkehrsleistung ging 2016 gegenüber dem Vorjahr leicht zurück. Hauptgründe für die schwache Entwicklung waren die sinkende Kohlenachfrage infolge zunehmender Auswirkungen der Energiewende sowie rückläufige Baustofftransporte. Stützend wirkten die Intermodalverkehre.
  • Marktführer PKP Cargo war von den Rückgängen der Kohle- und Baustoffverkehre besonders betroffen. Die Verkehrsleistung ging mit rund 8 % deutlich zurück.
  • DB Cargo Polska konnte seine Verkehrsleistung leicht steigern und den Marktanteil ausbauen.

Frankreich

  • Verkehrsleistung in Frankreich ging 2016 deutlich um rund 5 % zurück. Damit hat sich die positive Marktentwicklung der letzten zwei Jahre nicht fortgesetzt.
  • Hauptgrund für diese Entwicklung waren intensive Streiks infolge der seitens der französischen Regierung geplanten Arbeitsmarktreform.
  • Fret SNCF blieb mit seiner Leistung leicht unter dem Vorjahresniveau, konnte seine führende Marktstellung aber behaupten.
  • Auch die Verkehrsleistung unserer Tochtergesellschaft Euro Cargo Rail ging vor allem aufgrund von Streiks zurück. Die Marktposition konnte jedoch ebenfalls gehalten werden.

Europäischer Landverkehr wächst moderat

Der europäische Landverkehrsmarkt verzeichnete ein solides Wachstum der Nachfrage gegenüber dem Vorjahr. Aufgrund einer weiterhin hohen Wettbewerbsintensität und gegenüber dem Vorjahr deutlich niedrigerer Dieselpreise spiegelte sich das Mengenwachstum nur teilweise im Umsatzwachstum wider.

Trotz starkem Auftreten einiger Wettbewerber konnte DB Schenker seine Marktposition im europäischen Landverkehr behaupten und erzielte ein moderates Umsatzwachstum.

Luftfracht mit geringem Wachstum

Der internationale Luftfrachtmarkt stagnierte im ersten Halbjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr und konnte erst mit einer starken zweiten Jahreshälfte ein geringes Wachstum für das gesamte Jahr erzielen (+2,0 %). Hauptgrund für das ausbleibende Wachstum im ersten Halbjahr ist ein Sondereffekt (Streik der Seehafenarbeiter an der Westküste der USA) im Vorjahr.

Treiber der Volumen waren 2016 die Bereiche verderbliche Güter, industrielle Vorleistungsgüter, Chemikalien und Konsumgüter, wobei fast alle anderen Branchen stagnierende bis rückläufige Entwicklungen auswiesen.

Aufgrund des Sondereffekts aus dem Jahr 2015 zeigte insbesondere die Handelsroute Transpazifik einen starken Rückgang, wohingegen die Volumen zwischen Asien und Europa weiter anstiegen. Einen besonderen Anstieg gab es zudem auf der Handelsroute Naher/Mittlerer Osten nach Europa.

Die Transportkapazitäten sind 2016 durch weitere Auslieferungen von Flugzeugen sowie neu aufgesetzte Flugrouten angestiegen. Aus diesem Grund lagen die Frachtpreise unter dem bereits niedrigen Niveau des Vorjahres, jedoch mit einem positiven Trend ab September 2016.

DB Schenker verzeichnete in der Luftfracht ein Volumenwachstum von 4,5 % gegenüber dem Vorjahr.

Seefracht wächst leicht

Die Nachfrage in der globalen Seefracht stieg 2016 leicht um 1,3 %, insbesondere getrieben durch die Marktbereiche Rohstoffe, industrielle Vorleistungsgüter, Halbfertigerzeugnisse und verderbliche Güter. Dabei verzeichnete die volumenstärkste Route Intra-Asien ein Wachstum von etwa 4 %. Auch die Route Asien – Europa wuchs mit etwa 3 %.

Die im Markt für Containerschiffe weiterhin bestehenden Überkapazitäten führten zu allgemein niedrigen Frachtraten. Die Insolvenz der Reederei Hanjin bewirkte eine Marktbereinigung und erhöhte die Nachfrage bei den verbleibenden Reedern, besonders auf den Transpazifik- und Fernost-Europa-Handelsrouten. Hier erholten sich zuletzt auch die Frachtraten. Dieser Effekt ist jedoch möglicherweise nur vorübergehend, da ein Rückfluss von ehemaligen Hanjin-Kapazitäten auf den Schiffsmarkt möglich ist.

DB Schenker steigerte in der Seefracht sein Volumen gegenüber dem Vorjahr um 3,3 %.

Kontraktlogistik anhaltend dynamisch

Auch 2016 entwickelte sich der globale Markt für Kontraktlogistik weiter positiv. Dominanter Treiber war wie zuvor vor allem der anhaltend starke Outsourcing-Trend in den Schlüsselindustrien (vor allem Electronics, Consumer, Healthcare und Industrials). Der wachsende E-Commerce erfordert deutlich höhere Lagerkapazitäten als der klassische Handel und beflügelte so auch den Markt für Lagerflächen, vor allem in den USA und China beziehungsweise die Region Asien/Pazifik. Regional verzeichneten die Region Asien/Pazifik, der Mittlere Osten sowie Afrika hohe Wachstumsraten. In China war das Wachstum zwar weiterhin hoch, jedoch auf leicht geringerem Niveau gegenüber dem Vorjahr.

DB Schenker erzielte in einem wettbewerbsintensiven Umfeld ein Umsatzwachstum von über 5 %.

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