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Personenverkehr

Deutscher Markt wächst in allen Segmenten

 

Wachstumsrate

Marktanteil

Personenverkehrsmarkt in Deutschland 

in  % auf Basis der Verkehrsleistung

2016

2015

2016

2015

Motorisierter Individualverkehr

+1,5

+1,3

84,4

84,5

Schienenpersonenverkehr

+4,0

+0,3

8,3

8,1

     DB-Konzern

+1,0

–0,2

7,0

7,1

Konzernexterne Bahnen

+24,1

+3,7

1,3

1,1

Öffentlicher Straßenpersonenverkehr

+1,0

+1,4

6,4

6,4

     DB-Konzern

–2,2

–1,3

0,7

0,7

Luftverkehr (innerdeutsch)

+3,2

+1,4

0,9

0,9

Gesamtmarkt

+1,7

+1,2

100

100

Die Daten für die Jahre 2015 und 2016 entsprechen den per Februar 2017 verfügbaren
Erkenntnissen und Einschätzungen. Die Marktanteile je Verkehrsträger sind gerundet und
können daher in Summe von 100 abweichen.

      Der deutsche Personenverkehrsmarkt wuchs 2016 segmentübergreifend und wie in den Vorjahren insgesamt über dem langjährigen Durchschnitt. Treiber dieser Entwicklung waren neben sozioökonomischen Faktoren und wettbewerblichen Impulsen auch Sondereffekte.

      • Robuster Arbeitsmarkt mit gestiegenen Erwerbstätigenzahlen, geringe Inflation mit gesunkenen Kraftstoffpreisen sowie gewachsene verfügbare Realeinkommen.
      • Intensiver Preiswettbewerb im öffentlichen Fernverkehr zwischen Fernbusanbietern, Low-Cost-Airlines, Ridesharing-Plattformen und Bahnen.
      • Milde Witterung im Vergleich zum Vorjahr und schaltjahresbedingt zusätzlicher Verkehrstag.
      • Wiederholte Arbeitsniederlegungen von Piloten und Lokführern im Vorjahr.

      Motorisierter Individualverkehr

      • Verkehrsleistung stieg basierend auf eigenen Berechnungen an.
      • Impulse kamen vor allem von weiter gesunkenen Kraftstoffpreisen und gestiegenen verfügbaren Realeinkommen.
      • Der Marktanteil sank leicht auf 84,4 %.

      Schienenpersonenverkehr

      • Verkehrsleistung wuchs kräftig.
      • Schienenpersonenfern- und -nahverkehr profitierten im Vergleich zum Vorjahr vom Ausbleiben größerer unwetterbedingter Infrastrukturschäden und Streiks.
      • DB-Verkehrsleistung entwickelte sich positiv. DB Fernverkehr erzielte durch Preisaktionen, Angebotsausweitungen und Qualitätsverbesserungen signifikante Zugewinne. DB Regio musste dagegen vor allem infolge von Ausschreibungsverlusten in Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen Einbußen hinnehmen.
      • Konzernexterne Bahnen steigerten ihre Verkehrsleistung im Nahverkehr kräftig.
      • Marktanteil des Schienenpersonenverkehrs (SPV) wuchs auf 8,3 %.

      Öffentlicher Straßenpersonenverkehr

      • Verkehrsleistung stieg segmentübergreifend leicht an.
      • Buslinienfernverkehr baute Angebot aus, verlor zuletzt aber deutlich an Dynamik.
      • Anhaltender Preiswettbewerb beim Fernbus führte zu Konsolidierung der Anbieterlandschaft. Marktführer FlixBus übernahm Postbus und kontinentaleuropäische Verkehre von megabus.com, der DB-Konzern stellte sein Angebot BerlinLinienBus ein.
      • Busliniennahverkehr verzeichnete aufgrund steigender Bevölkerungs-, Auszubildenden- und Erwerbstätigenzahlen ebenfalls Zuwächse.
      • DB-Verkehrsleistung ging hier durch nachlassende Nachfrage im ländlichen Busliniennahverkehr und Bereinigungen des eigenen Angebotsportfolios zurück.
      • Marktanteil des öffentlichen Straßenpersonenverkehrs (ÖSPV) blieb unverändert bei 6,4 %.

      Luftverkehr

      • Verkehrsleistung wuchs deutlich.
      • Ursache der positiven Entwicklung waren ein durch Ryanair und Transavia verschärfter Angebotswettbewerb auf den Hauptstrecken Köln – Berlin und München – Berlin sowie im Vergleich zum Vorjahr geringere Streikaktivitäten.
      • Nachfrage wurde durch steigende verfügbare Realeinkommen gestützt, allerdings wirkten Sicherheitsbedenken aufgrund vermehrter terroristischer Ereignisse negativ auf das Buchungsverhalten.
      • Marktanteil blieb unverändert bei 0,9 %.

      Europäischer Personenverkehrsmarkt legte zu

      Die Rahmenbedingungen für den Personenverkehr verbesserten sich 2016 europaweit. Gestiegene Erwerbstätigenzahlen, höhere verfügbare Realeinkommen und gesunkene Kraftstoffpreise induzierten in vielen europäischen Staaten eine stärkere Nachfrage. Milde Witterungsverhältnisse und ein schaltjahresbedingt zusätzlicher Verkehrstag wirkten zudem unterstützend.

      Darüber hinaus wurde in mehreren Ländern der Wettbewerb intensiviert und Wachstum geschaffen:

      • Frankreich verzeichnete nach Liberalisierung des nationalen Buslinienfernverkehrs eine boomende Nachfrage und einen intensiven Preiswettbewerb, angeführt durch den deutschen Fernbusanbieter FlixBus und Isilines, die Fernbusmarke der französischen Transdev, sowie Ouibus, die Fernbusmarke der französischen Staatsbahn SNCF.
      • Norwegen avisierte erstmals Ausschreibungen im SPV und gliederte für zukünftigen Wettbewerb Unternehmensbereiche der norwegischen Staatsbahn NSB aus.
      • Die italienische Staatsbahn FS kündigte den Börsengang ihrer zukünftig europaweit agierenden Hochgeschwindigkeitssparte für 2017 an.
      • Niederländische Staatsbahn NS verkündete Verzicht auf Teilnahme an lokalen inländischen Ausschreibungen im öffentlichen Personenverkehr zugunsten stärkerer Partnerschaft mit örtlichen Aufgabenträgern.

      Schienenpersonenverkehr

      Der europäische SPV steigerte seine Leistung in den ersten drei Quartalen 2016 um rund 1,5 %. Die größten Zuwächse verbuchten unter anderem:

      • Tschechien, durch Wettbewerb der tschechischen Staatsbahn CD mit privaten Anbietern RegioJet und Leo Express (+7,4 %).
      • Polen, aufgrund der Einführung von Hochgeschwindigkeitsverkehren durch polnische Staatsbahn PKP Intercity (+11,1 %).
      • Spanien, dank des Ausbaus von Hochgeschwindigkeitsverbindungen und Auslastungsverbesserungen mittels Vertriebs umfangreicher Billigticketkontingente durch spanische Staatsbahn RENFE (+5,1 %).

      Merkliche Einbußen hinunehmen hatten dagegen:

      • Dänemark, wegen Konkurrenz durch Fernbusverkehre für dänische Staatsbahn DSB sowie Nachfragerückgängen durch Identitätskontrollen und Fahrzeitverlängerungen im grenzüberschreitenden Bahnverkehr (–7,2 %).
      • Frankreich, durch Nachfragerückgänge für französische Staatsbahn SNCF aufgrund von Attentaten, Terrorgefahr und Streiks sowie Wettbewerb im Niedrigpreissegment mit Ridesharing-Plattformen, Fernbusanbietern und Billigairlines (–4,5 %).

      Öffentlicher Straßenpersonenverkehr

      Der europäische Buslinienfernverkehr verzeichnete 2016 einen deutlichen Nachfragezuwachs, wozu insbesondere die hohe Dynamik im zuletzt liberalisierten französischen Markt beitrug. Gleichzeitig veränderte sich die Anbieter- beziehungsweise Markenlandschaft:

      • FlixBus übernahm im Juli 2016 das kontinentaleuropäische Geschäft des britischen Wettbewerbers megabus.com sowie im August 2016 den deutschen Konkurrenten Postbus.
      • Hellö startete im Juli 2016 als eigene Fernbusmarke der österreichischen Staatsbahn ÖBB mit internationalen Verbindungen.
      • Starshipper übernahm 5 % an Ouibus, der Fernbusmarke der französischen Staatsbahn SNCF, und stellte eigenen Marktauftritt ein.
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