Integrierter Bericht 2016 - Qualität, die überzeugt!
DE EN

Handel durch globale Investitionsschwäche belastet

Das Weltwirtschaftswachstum verlangsamte sich 2016. Hauptgrund hierfür war die schwächere Entwicklung in den USA. Auch befanden sich mehrere große Schwellenländer wie Brasilien und Russland weiter in einer Rezession.

Ein wichtiger Belastungsfaktor für die Weltwirtschaft ist die fehlende Dynamik der Investitionen in vielen Ländern. Diese wuchsen 2016 global so schwach wie seit der Wirtschafts- und Finanzkrise nicht mehr. Neben dem weiter niedrigen Preisniveau vieler Rohstoffe, das Investitionen in diesem Sektor dämpft, beeinflusste auch die gestiegene Unsicherheit durch politische Ereignisse in mehreren großen Volkswirtschaften (Brexit, US-Wahl, italienisches Verfassungsreferendum) die weltweiten Investitionen negativ.

Die schleppende Investitionstätigkeit wirkt sich besonders stark auf den Welthandel aus, da Investitionsgüter häufig auf mehreren Stufen ihrer Wertschöpfungskette gehandelt werden. Somit blieb 2016 auch das Wachstum des Welthandels kraftlos, nach einem bereits schwachen Vorjahr.

    USA

    • Stütze der konjunkturellen Entwicklung war der private Konsum.
    • Geringe Arbeitslosigkeit und steigende Löhne bei niedriger Inflation erhöhten das verfügbare Realeinkommen.
    • Schwächere Exportaussichten aufgrund des zuletzt stärkeren Dollars, niedrige Energiepreise sowie gestiegene Unsicherheit dämpften das Wachstum der Investitionen deutlich.
    • Notenbank erhöhte die Leitzinsen im Dezember leicht; die Geldpolitik bleibt dennoch expansiv.
    • Lang anhaltender und harter Wahlkampf sorgte für Verunsicherung im Vorfeld der Präsidentschaftswahl.

    Asien

    • Trotz abnehmender Wachstumsraten verzeichnete die chinesische Wirtschaft in absoluten Zahlen ein Rekordwachstum. Der private Konsum war ein Treiber dieser Entwicklung. Noch wesentlich stärker wuchs der Staatskonsum, vor allem durch ein Programm zum Ausbau der Infrastruktur.
    • Auch Indiens Wirtschaft wuchs weiter kräftig, hier legte vor allem der Staatskonsum zu, während die Investitionen zurückgingen.
    • Dagegen stiegen die Anlageinvestitionen in Indonesien, Myanmar und Vietnam, begleitet von steigenden innerasiatischen Handelsströmen.
    • Japans Wirtschaft wuchs 2016 nur geringfügig, trotz expansiver Geld- und Fiskalpolitik. So wurde die ursprünglich bereits für Oktober 2015 geplante Erhöhung der Konsumsteuer auf 2019 verschoben. Diese Maßnahme verschärft das bereits hohe staatliche Budgetdefizit.

    Europa

    • In mehreren osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten (Polen, Tschechien und Ungarn) reduzierten sich die Wachstumsraten des BIP.
    • Auch in Großbritannien verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum, blieb aber überdurchschnittlich und oberhalb der Erwartungen. Die Exporte profitierten von einer Abwertung des britischen Pfunds nach dem Brexit-Beschluss. Allerdings führte die gestiegene Unsicherheit zu einem Einbruch bei den Anlageinvestitionen.
    • In der Türkei wuchs die Wirtschaft schwächer als in den Vorjahren. Ein wichtiger Grund war die Zurückhaltung ausländischer Investoren aufgrund des als unsicher eingeschätzten politischen Umfelds.
    • In Russland verlangsamte sich zwar der Rückgang der Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahr, dennoch lasteten der niedrige Ölpreis und die Sanktionen nach dem Ukraine-Konflikt weiter auf der Volkswirtschaft.

    Euro-Raum

    • Die deutsche Wirtschaft wuchs 2016 stärker als prognostiziert. Auch die Investitionen legten deutlich zu, insbesondere aufgrund deutlich stärkerer Bauinvestitionen. Auch der Staatskonsum stieg infolge höherer Ausgaben für Flüchtlinge.
    • Die französische Wirtschaft wuchs weiter unterdurchschnittlich. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die hohe Staatsverschuldung, die den Spielraum für fiskalische Impulse begrenzt.
    • Das Wachstum der italienischen Wirtschaft nahm leicht zu, blieb aber im europäischen Vergleich auf niedrigem Niveau. Neben dem privaten Konsum stiegen auch die Investitionen.
    • Spaniens Wirtschaft war weiter auf Wachstumskurs. Insbesondere der private Konsum legte zu. Die Arbeitslosigkeit nahm zwar ab, blieb jedoch auf hohem Niveau.
    nach oben