Integrierter Bericht 2016 - Qualität, die überzeugt!
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Naturschutz

Verantwortung für Tier- und Pflanzenwelt

Schienenwege und andere Betriebsanlagen, Gebäude und Flächen des DB-Konzerns bieten oft einen einzigartigen Lebensraum für geschützte Arten. Dort, wo Eingriffe in die Natur stattfinden, entwickeln wir umweltverträgliche Lösungen. Beim Neu- und Ausbau von Strecken sowie bei der Planung von Betriebsanlagen berücksichtigen wir die Interessen des Naturschutzes bereits in der Planungsphase. Sind Eingriffe in den Naturhaushalt nicht zu vermeiden, schaffen wir einen entsprechenden Ausgleich.

Um Vögel und Kleintiere vor Stromschlägen zu schützen, überarbeiten wir gemeinsam mit Naturschutzverbänden und Behörden die Richtlinie zum Schutz von Vögeln an Oberleitungsanlagen.

Wir überlassen Umweltverbänden Flächen des DB-Konzerns für Naturschutzzwecke und stellen Hobbyimkern Flächen für die Bienenansiedelung zur Verfügung. Um die Vegetationspflege entlang der Trasse möglichst umweltverträglich zu gestalten, haben wir eine Studie zur ökologischen Vegetationspflege an Bahnstrecken in Auftrag gegeben. Ziel der Studie ist die Ermittlung, Beschreibung und Gruppierung von typischen Biotoptypen im Bereich von Böschungs-, Damm- und Einschnittsflächen an Bahntrassen in Deutschland. Daneben untersucht die Deutsche Umwelthilfe gemeinsam mit DB Netze Energie und weiteren elektrischen Netzbetreibern im Rahmen eines Bundesforschungsvorhabens die Möglichkeiten der biotopverbindenden Vegetationspflege unter Energiefreileitungen. Daraus wollen wir ableiten, wie diese erhalten beziehungsweise weiterentwickelt werden können.

IT-Systeme zur Ermittlung von Berührungspunkten

Wir nutzen geografische Informationssysteme (GIS), in denen die Daten zu Bahnstrecken und -flächen sowie alle digital verfügbaren Informationen zu Schutzgebieten in Deutschland hinterlegt sind. So können wir schnell Berührungspunkte zwischen Natur und Bahntrassen sowie Flächen des DB-Konzerns ermitteln. Diese Erkenntnisse sind für unsere Planungen wichtig. In jedem Schutzgebiet gibt es unterschiedliche Einschränkungen und Auflagen, die in Schutzgebietsverordnungen beschrieben werden. Diese sind in unserem System hinterlegt und werden bei der Planung von Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen berücksichtigt.

Weiterführende Informationen

 Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

Bei Neu- und Ausbaumaßnahmen sowie bei der Instandhaltung der Eisenbahninfrastruktur berücksichtigen wir den Naturschutz bereits während der Planung. Ziel ist es, Eingriffe in Natur und Landschaft möglichst zu vermeiden. Sollten dennoch Beeinträchtigungen auftreten, kompensieren wir diese durch Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen. Alle relevanten Daten zu diesen sogenannten Kompensationsverpflichtungen dokumentieren wir im webbasierten Fachinformationssystem Naturschutz und Kompensation FINK. Damit erfüllen wir die vom EBA geforderte Berichtspflicht gemäß Bundesnaturschutzgesetz.

Wir haben im Berichtsjahr knapp 2.000 Kompensationsprojekte mit insgesamt fast 8.600 Maßnahmen, darunter rund 1.800 Maßnahmen zum Artenschutz, im System hinterlegt.

Vegetationskontrolle für sicheren Bahnbetrieb

Bei der Vegetationskontrolle wenden wir weitgehend manuelle Verfahren an. Herbizide setzten wir in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden nur dort ein, wo keine herbizidfreien Verfahren zur Verfügung stehen. Aktuell werden Herbizide grundsätzlich nur im unmittelbaren Gleisbereich angewendet. Dieses Vorgehen haben wir in unseren Leitlinien zum integrierten Pflanzenschutz beschrieben. Im Gleisumfeld sowie auf Bahnhöfen, Wegen und Plätzen wenden wir grundsätzlich herbizidfreie Verfahren an.

Der Einsatz und die Menge von Herbiziden ist abhängig von der Witterung und der Vegetationsentwicklung. Die resultierenden Schwankungen führten im Berichtsjahr zu einer absoluten Aufwandsmenge von 70 t Herbizid. Damit ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 13 t zu verzeichnen. Die ausgebrachte Menge entspricht 1,24 kg/km Gleis und macht ungefähr 0,4 % des Gesamtherbizidabsatzes in Deutschland aus. Bei einer Gleislänge von rund 60.500 km wurden im Berichtsjahr somit rund 93 % der Gleise (im Vorjahr: 94 %) mit den Wirkstoffen Flazasulfuron, Flumioxazin und Glyphosat behandelt. Diese Wirkstoffe sind vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit speziell für den Gleisbereich zugelassen.

Die Zulassung von Glyphosat wurde im Juni 2016 durch die EU-Kommission bis Ende 2017 verlängert. Bis dahin muss erneut entschieden werden, ob der Herbizidwirkstoff weiter verwendet werden darf.

DB-Flächen für die Natur

Im Rahmen des im Vorjahr gestarteten »Flächendialogs Bayern« haben der DB-Konzern und Umweltverbände eine Vorgehensweise zur Identifikation geeigneter Flächen entwickelt.

Im Berichtsjahr wurden sechs nicht für den Bahnbetrieb benötigte Flächen bayerischen Umweltverbänden zum Erhalt und zur nachhaltigen Pflege übergeben und damit wieder für die Natur bereitgestellt.

Vogelschutz an Oberleitungsanlagen

Neue Oberleitungsanlagen errichten wir so, dass Vögel vor Stromschlägen geschützt werden. Das erreichen wir, indem wir beispielsweise längere Isolatoren verwenden. Im Berichtsjahr haben wir erneut die Kurzschlussereignisse im Bestandsnetz dokumentiert und bewertet. Im Ergebnis werden rund 87 % der rund 3.700 Kurzschlüsse im Zusammenhang mit Tieren durch Tauben und Rabenvögel verursacht. Weitere 8 % entfallen auf kleine Säugetiere. Wir arbeiten an einem Konzept, wie die Anzahl der Kurzschlussereignisse durch Vögel deutlich reduziert werden kann. Im Bestandsnetz haben wir pilotweise Kleintierabweiser installiert, um zu prüfen, ob eine Ausrüstung an Störungsschwerpunkten sinnvoll ist.

Wasserverbrauch wieder leicht gestiegen

Als Wasserverbrauch gilt der Bezug aus der öffentlichen Versorgung. Im Berichtsjahr ist der Wasserverbrauch im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Bei Betrachtung der letzten drei Jahre stagniert der Wert.

Ressourcenschonende Fahrzeugreinigung

Die Waschanlagen für Schienenfahrzeuge von DB Regio und DB Fernverkehr verfügen überwiegend über ein Kreislaufsystem für das Waschwasser.

DB Regio reinigt seine Züge in bundesweit in 53 Waschanlagen, von denen bisher 28 durch geschlossene Neubauten ersetzt wurden.

In sieben Anlagen werden nahezu neutrale Reiniger eingesetzt, was die Umwelt schont und Kosten für die Wasseraufbereitung spart.

Da Busse mit schwächeren Mitteln oder ohne Reiniger gesäubert werden, wird das Wasser in einigen Waschanlagen biologisch aufbereitet. Bei mehrfacher Verwendung des Wassers reduziert sich der Einsatz von Frischwasser um bis zu 80 %.

Umweltmanagementsysteme ausgebaut

Operativ unterstützt werden unsere Umweltziele durch ein DB-konzernweites Umweltmanagementsystem. Wir orientieren uns dabei an der Norm DIN EN ISO 14001.

 



Anteil Unternehmen des DB-Konzerns mit zertifiziertem Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 per 30.11., in %

2016

2015

2014

 

In Deutschland

57

In Europa (ohne Deutschland)

49

Weltweit (ohne Europa und Deutschland)

77

DB-Konzern

55

Seit 2016 sind die Basis für die Ermittlung des prozentualen Anteils an zertifizierten
Unternehmen alle »umweltrelevanten Unternehmen«.

Es gibt auch Tochtergesellschaften, die sich zwar nicht zertifizieren lassen, aber nach einem ISO-konformen Umweltmanagementsystem arbeiten. Dieser Anteil lag im Berichtsjahr bei 70 % und soll weiter erhöht werden.

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