Integrierter Bericht 2017 – Auf in eine neue Zeit!

Einkauf/Beschaffung

Beschaffung zahlt auf Konzernziele ein

Unsere Beschaffung gewährleistet weltweit die wirtschaftliche, termin- und qualitätsgerechte Versorgung der Geschäftsfelder mit Material, Investitionsgütern und Dienstleistungen. Damit sichert sie auch die Innovationsfähigkeit sowie den nachhaltigen Erfolg am Markt und leistet einen Beitrag zur Umsetzung der Strategie DB2020+ sowie zur Realisierung von Zukunft Bahn.

In crossfunktionaler Zusammenarbeit mit den Bedarfsträgern und anderen Unternehmensbereichen identifiziert die Beschaffung mone­täre Einsparpotenziale. Deren Realisierung wirkt sich direkt auf das Unternehmensergebnis aus und unterstützt somit das Ziel des profitablen Qua­­li­tätsführers. Im Berichtsjahr setzte sich die steigende Lohnentwicklung fort, jedoch fiel sie insgesamt relativ gering aus. Es herrschte nach wie vor ein hoher Preisdruck, insbesondere im Dienstleistungsbereich. Zudem war nach jahrelangem Rückgang der Rohstoffpreise im Berichtsjahr wieder eine Steigerung zu verzeichnen. Da sich dies auch auf den Beschaffungsmarkt auswirkt, bedarf es ausgereifter Warengruppenstrategien und optimaler Vergabedesigns, um dennoch monetäre Einsparungen zu er­­zielen. Auf das Unternehmensziel des profitablen Qualitätsführers zahlen darüber hinaus auch die laufenden Digitalisierungsaktivitäten ein. Unsere Be­schaffung hat im Berichtsjahr eine Digitalisierungsroadmap erarbeitet, mit deren Umsetzung unter anderem eine Erhöhung der Effizienz im Beschaffungsprozess erreicht werden soll. Als wesentlicher Bestandteil wurde die elektronische Vergabeakte eingeführt, die eine ortsunabhängige Verfügbarkeit und Freigabe sowie eine automatisierte Übernahme der Vergabedokumentation ermöglicht.

Es ist davon auszugehen, dass sich die Umsetzung der Digitalisierungsroadmap durch die damit einhergehende Optimierung der Arbeitsabläufe langfristig positiv auf die Mitarbeiterzufriedenheit auswirken wird. Des Weiteren wurde im Berichtsjahr ein Projekt zur Umsetzung flexibler Arbeitsformen in der Beschaffung gestartet.

Darüber hinaus wird dieses Ziel auch durch das Personalqualifizierungsportfolio unterstützt, das auf sämtliche Funktionen der Beschaffung zugeschnitten ist und kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Der Anspruch des Umwelt-Vorreiters wird in der Beschaffung im Rahmen der Warengruppenstrategiearbeit umgesetzt, denn neben der Identifizierung monetärer Einsparpotenziale fließen hier auch umweltbezogene Aspekte ein und Lieferanten werden in der Bewertung zu unternehmensbezogenen Umwelt- und Sozialleistungen gesteuert. Zur Weiterentwicklung der nachhaltigen Beschaffung wurde im Berichtsjahr innerhalb der Grundsatzabteilung das Arbeitsgebiet »Nachhaltigkeit Beschaffung« gebildet.

Beschaffung als Baustein für Nachhaltigkeit

Wir bekennen uns mit unserer Strategie DB2020+ klar zu unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Unser Einkauf beansprucht ein verantwortungsvolles Beschaffungsmanagement als einen wesentlichen Werttrei­ber, sowohl für das Geschäft als auch für die Gesellschaft. Der Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung ist allerdings nur in partnerschaft-licher Zusammenarbeit mit einer starken Lieferkette erfolgreich. Dabei übernehmen Lieferanten mit ihren Nachhaltigkeitsleistungen und ihrer In­­no­­­­vationskraft eine aktive Rolle zur Steigerung des gemeinsamen Ge­schäftserfolgs. Der Ausgangspunkt für eine nachhaltige Gestaltung der Lieferbeziehungen und die konkreten Beschaffungsentscheidungen sind der Verhaltenskodex für Geschäftspartner und eine umfassende Nachhaltigkeitsbewertung der Lieferanten hinsichtlich des Managementsystems, der Aktivitäten und der Ergebnisse. Identifizierte Verbesserungspotenziale können dann nachvollziehbar umgesetzt und im Sinne einer Lieferantenentwicklung begleitet werden. So werden gemeinsam Risiken reduziert und die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert. Wir haben unsere Lieferanten aufgefordert, sich einer CSR-Bewertung zu unterziehen, die den Anforderungen der Branche genügt. Diese Bewertung können Lieferanten in der Qualifizierung geltend machen. Sie wird in Abstimmung mit den Verbänden zum Zuschlagskriterium für Vergaben entwickelt.

Zusammenarbeit mit Lieferanten

Lieferanten sind Partner für die Sicherung unseres Erfolgs. Ihre Lieferun­­­gen und Leistungen sind elementarer Bestandteil der Wertschöpfungskette – sie sind entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des DB-Konzerns.

Das Lieferantenmanagement des DB-Konzerns macht die Beschaffung zum strategischen Wettbewerbsfaktor. Es enthält die vier wesentlichen Elemente Lieferantenqualifizierung, -entwicklung, -stabilisierung sowie -bewertung und wird permanent weiterentwickelt. Gemeinsam mit zuverlässigen Zulieferern werden hohe Qualitätsstandards durch standardisierte Prozesse gesichert. Das Lieferantenmanagement ist unternehmensweit gültig und in unseren führenden IT-Systemen verankert. Der mittel- und langfristige Beitrag der Beschaffung zum Konzernerfolg entsteht insbesondere durch die Förderung und Nutzung von Innovatio­­-nen aus den Lieferketten. Im Berichtsjahr wurden wieder verschiedene Innovationsworkshops durchgeführt, wodurch Impulse für zukunftsweisende Produkte und Geschäftsmodelle gewonnen werden konnten (beispielsweise zu den Themen Bauwerkmonitoring und Management von Siedlungsabfällen).

Auch das diesjährige Railway Forum fand im Zeichen der Innovation statt. Unter dem Motto »Wettbewerbsfähigkeit 2025: Die Innovations­agenda der Mobilitätsbranche« wurden auf der Lieferantenkonferenz, die unter Schirmherrschaft des DB-Konzerns stattfand, die Zukunftsthe­­men der Bahnindustrie diskutiert.

Mitgliedschaft Railsponsible

Der DB-Konzern ist Gründungsmitglied der Brancheninitiative Railsponsible. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, Transparenz über soziale, ökologische und sozioökonomische Auswirkungen entlang der gesamten Lieferkette zu schaffen und Lieferanten bei der Verbesserung ihrer Nachhaltigkeitspraktiken zu unterstützen. Neben der DB AG zählen weitere bedeutende europäische Unternehmen der Branche zu den Mitgliedern der Initiative. Im Berichtsjahr konnten mit den Schweizerischen Bundesbahnen und dem italienischen Infrastrukturunternehmen RFI zwei Neumitglieder gewonnen werden. Im April 2017 wurde der Chief Pro­curement Officer der DB AG zum Chairman von Railsponsible gewählt.

Ausbau der Internationalisierung

Der DB-Konzern baut die Internationalisierung unserer Lieferanten­struktur weiter aus. Dies ist nicht zuletzt durch die zunehmende Konsolidierungstendenz in der europäischen Eisenbahnindustrie erforderlich. Schwerpunkt der Aktivitäten der internationalen Lieferantentwicklung liegt in Asien. Das Einkaufsbüro in Shanghai hat seit November 2015 rund 400 potenzielle Lie­fe­ranten identifiziert. Mehr als 25 asiatische Lieferanten haben sich im Berichtsjahr an DB-Vergaben beteiligt.

Im März 2017 erfolgte die erste Lieferung von Hohlwellen durch einen chinesischen Lieferanten für ein Güterwagenprojekt in die DB-Werke Paderborn und Wittenberge. Zudem wird die Leistungsfähigkeit asia­tischer Lieferanten für die Entwicklung, den Bau und die Zulassung von Schienenfahrzeugen seit Mitte des Jahres in einem Pilotprojekt überprüft. Im Herbst 2017 wurde ein Vertrag zur Lieferung von Güterwagenradsätzen unterzeichnet.

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