Integrierter Bericht 2017 – Auf in eine neue Zeit!

Übersicht Fokus-Themen 2017

#Bauen

Eine leistungsfähige Infrastruktur erfordert kontinuierliche und adäquate Investitionen in den Erhalt und den Ausbau. Hohe Investitionen führen zu mehr Bautätigkeit im Netz.

Mehr Qualität im Bestandsnetz

Rund 28 Mrd. € fließen von 2015 bis 2019 in die Modernisierung von Schienennetz, Bahnhöfen und Energieanlagen – mehr als je zuvor. Das sieht die zweite Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV II) zwischen Bund und DB-Konzern vor. Im Rahmen unseres größten Modernisierungsprogramms für die Infrastruktur werden nicht nur Brücken und Tunnel, sondern auch Gleise, Weichen und Stellwerke erneuert. 2017 flossen rund 5,2 Mrd. € in die Erneuerung und Instandhaltung von unter anderem rund 1.650 km Gleisen und rund 1.800 Weichen sowie rund 4.600 Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik. Dies führte zu einer Vielzahl von Bautätigkeiten.

  • Mehr Komfort und besserer Service an Bahnhöfen
  • Sanierung unserer Brücken

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Erweiterung der Infrastruktur

Für mehr Qualität und Kapazität
Die Rekordsumme von über 7,5 Mrd. € investierten wir 2017 ins deutsche Schienennetz. Damit sind wir auf dem richtigen Weg, die Schiene zur ersten Wahl für die Mobilität in Deutschland zu machen. Davon haben wir knapp ein Drittel, rund 2,1 Mrd. €, für zahlreiche Neu- und Ausbaumaßnahmen investiert. Bundesweit starteten zwölf Baumaßnahmen in Großprojekten. Hinzu kommen 15 Inbetriebnahmen im Jahr 2017. Dazu zählt auch das Großprojekt VDE 8 mit der Inbetriebnahme des letzten Abschnitts Nürnberg – Erfurt–Halle/Leipzig, wodurch sich die Fahrzeit zwischen Berlin und München seit Dezember 2017 um zwei Stunden verkürzt hat.

  • Lagezentrum Bau eingerichtet

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Bundesverkehrswegeplan 2030 und Innovationsforum Planungsbeschleunigung

Der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 wurde am 3. August 2016 vom Bundeskabinett beschlossen. Die entsprechende Ausbaugesetzgebung wurde am 16. Dezember 2016 abgeschlossen. Zentrale Maßnahmen, die der DB-Konzern zum neuen BVWP angemeldet hatte, sind aufgenommen.

Der BVWP 2030 enthält wichtige Projekte zur Weiterentwicklung des Schienennetzes. Hoch priorisiert sind beispielsweise der Ausbau der fünf Großknoten Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, Mannheim und München sowie der für den Güterverkehr wichtige Ostkorridor. Im September 2017 wurde im BMVI auch die Bewertung eines durchgehenden Netzes für 740 m lange Züge positiv abgeschlossen, dessen Realisierung ein wesentlicher Beitrag zur Leistungssteigerung des Schienennetzes und zur Senkung der Produktionskosten im Schienengüterverkehr ist. Bereits im Mai 2017 wurde der Abschlussbericht des vom BMVI initiierten Innovationsforums Planungsbeschleunigung vorgestellt. Der Bericht spricht sich dafür aus, die darin enthaltenen Empfehlungen zur Planungsbeschleunigung durch eine substanzielle Reform des Planungsrechts umzusetzen. Hierdurch könnten die neuen Schienenprojekte im BVWP 2030 beschleunigt realisiert werden.

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Investitionen deutlich gestiegen

Investitionen in Mio. €

2017

2016

Verände­rung

absolut

%

Brutto-Investitionen 

10.464

9.510

+ 954

+ 10,0

Investitionszuschüsse

6.724

6.190

+ 534

+ 8,6

Netto-Investitionen 

3.740

3.320

+ 420

+ 12,7

Der Anstieg der Brutto-Investitionen resultierte vor allem aus deutlich höheren Investitionen in die Schieneninfrastruktur und in Fahrzeuge. Auch die Investitionszuschüsse stiegen deutlich. Sie machten rund 64% (im Vorjahr: rund 65%) der Brutto-Investitionen aus.

Der Anstieg der Netto-Investitionen wurde maßgeblich ge­­trieben durch DB Fernverkehr. Hier wirkten im Wesentlichen Investitionen in neue ICE-Züge sowie in die Werke­infrastruktur.

CHART 1595

Der Schwerpunkt unserer Investitionstätigkeit liegt in Maßnahmen zur Verbesserung von Leistungsfähigkeit und Effizienz im Bereich der Schieneninfrastruktur sowie in der Verjüngung unserer Fahrzeugflotte. Die Struktur der Brutto-Investitionen hat sich im Wesentlichen infolge höherer Investitionen in die ICE-Flotte zugunsten des Personen­verkehrs verschoben.

  • Investitionsschwerpunkt unverändert in Deutschland
  • Investitionszuschüsse im Wesentlichen für die Infrastruktur

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Bedarfsplanumsetzungsvereinbarung unterzeichnet

Zur Beschleunigung der Realisierung von Großprojekten wurde am 25. Juli 2017 mit dem BMVI die Bedarfsplanumsetzungsvereinbarung (BUV) unterzeichnet, die zum 1. Januar 2018 in Kraft tritt. Im vereinbarten Modell zur Umsetzung von Neu- und Ausbauprojekten für Schieneninfrastruktur durch den Bund werden künftig neue Vorhaben und Ergebnisse aus der frühen Bürgerbeteiligung jährlich dem Bundestag vorgelegt. Statt der bisherigen Planungskostenpauschale fördert der Bund künftig die Projektgesamtkosten, an denen sich der DB-Konzern in Höhe der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Projektportfolios beteiligt. Die Planungsbegleitung durch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) wird intensiviert und die Nicht-einhaltung von Inbetriebnahmeterminen pönalisiert.

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Entwicklungen beim Projekt Stuttgart–Ulm 

Die Termin- und Kostenentwicklung des Bahn­projekts Stuttgart – Ulm wird im Nachtragsbericht erläutert. Die Bauarbeiten sind weiter vorangeschritten:

  • In einigen Bauabschnitten laufen weitere Bewehrungs- und Betonierungsarbeiten an Bodenplatten und Wänden.
  • Die Betonierung der ersten drei Kelchfüße ist erfolgt.
  • Die Weströhre des mittleren Fildertunnels wurde konventionell vorgetrieben; die Tunnelvortriebsmaschine wurde durch diesen Abschnitt hindurchgezogen.
  • Anfang Oktober erfolgte am Nordkopf der Durchschlag der zweiten Röhre des Cannstatter Tunnels.
  • Insgesamt sind etwa 90% der relevanten Anhydritlinsen in den Tunneln Cannstatt und Feuerbach erfolgreich auf­­gefahren.
  • Mit rund 35 km Länge sind rund 60% des erforderlichen Tunnelumfangs für Stuttgart 21 vorangetrieben und ausgehoben.
  • Infolge einer beim Verwaltungsgerichtshof eingereich­­ten Klage werden im Flughafenbereich für den Planfest­­stellungsabschnitt 1.3a trotz möglicher sofortiger Vollziehbarkeit bis zu einem bestandskräftigen Urteil keine weiteren Aufträge vergeben.
  • Auf der Neubaustrecke (NBS) Wendlingen–Ulm sind mit über 38 km Länge bereits mehr als 60% der Tunnel vorgetrie­­ben und ausgehoben.
  • Im Oktober 2017 nahmen die Tunnelvortriebsmaschinen für den letzten großen Tunnel, den über 8 km langen Albvorlandtunnel, die Schildfahrt auf.

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Umsetzung Zukunftsinvestitionsprogramm

Das BMVI stellt im Rahmen des ZIP des Bundes zusätzliche Bundesmittel in Höhe von 995 Mio. € für den Eisenbahnsektor in den Jahren 2016 bis 2018 zur Verfügung. Über Finanzierungsvereinbarungen mit dem BMVI sind Bundeshaushaltsmittel in Höhe von 745 Mio. € (645 Mio. € für DB Netze Fahrweg und 100 Mio. € für DB Netze Personenbahnhöfe) vertraglich gebunden. Schwerpunkte der Finanzierung sind die Schaffung von Planungsvorrat, Lärmschutz Schiene, digitale Kapa­zi­tätssteige­­rung, Building Information Modeling (BIM), Digitalisierung und Ausbau neuer Steuerungssysteme sowie Barrierefreiheit an Stationen. In den ersten beiden Jahren wurden insgesamt rund 295 Mio. € verausgabt.

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