Integrierter Bericht 2017 – Auf in eine neue Zeit!

Übersicht Fokus-Themen 2017

#Digitalisierung

Große Chancen, aber auch Herausforderungen resultieren für uns aus der Digitalisierung und den dadurch hervorgerufenen disruptiven Veränderungen, die erheb­­lichen Einfluss auf unser Geschäft haben. 

Die Transformation nimmt deutlich an Fahrt auf

Wir wollen Mobilität und Logistik von morgen aktiv gestalten
Die Digitalisierung verändert den Mobilitätsmarkt, wie Kundenbedürfnisse, Verkehrsmittel, Antriebe und Plattformen. Die grundlegende Frage bleibt: Wie kommen Menschen und Waren sicher, verlässlich, komfortabel und klimaschonend von A nach B? Auf diese Frage wollen wir neue Antworten geben und so den unternehmerischen Erfolg im digitalen Mobilitätszeitalter sicherstellen.

  • Chancen der Digitalisierung nutzen
  • Was wir erreicht haben
  • Unsere nächste Schritte
  • Kreativ und innovativ vorausdenken
  • Digitales Kundenerlebnis schaffen

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Unsere Kunden bleiben in Verbindung

Überall vernetzt
Seit 2017 bieten wir in beiden ICE-Klassen kostenloses WLAN an. Die Qualität des WLAN-Angebots wurde dabei mit neuer Technik deutlich verbessert. Zudem startete mit maxdome on-board das Entertainmentangebot im ICE Portal mit kostenlosen Filmen und Serien. Außerdem rüsten wir schrittweise unsere Fernverkehrsflotte mit neuen Mobilfunkrepeatern aus, damit Reisende von einem besseren Empfang beim Telefonieren profitieren.Auch für den Regionalverkehr haben wir ein WLAN-Konzept entwickelt. Im Oktober fiel der Startschuss für die Umrüstung der S-Bahn-Flotte in Stuttgart. Über 150 Fahrzeuge sollen bis Sommer 2019 mit WLAN ausgerüstet werden. In einem Pilotprojekt »Digital im Regio« testen wir gemeinsam mit unseren Partnern ein IT-System zur Verbesserung der Kundeninformation. Bei der S-Bahn Hamburg rüsten wir bis Ende 2018 alle 68 Stationen mit WLAN aus.

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Ausbau digitaler Services

DB Streckenagent informiert
Der DB Streckenagent ist eine App, die Bahnkunden bundesweit im Störfall per Push-Nachricht individuell über die aktuelle Situation und mögliche Alternativen informiert. Der Kunde abonniert dabei seine persönlichen Regionalverbindungen, die er vom Streckenagenten einmalig oder über einen längeren Zeitpunkt überwachen lassen möchte.

  • Neuer Service Komfort-Check-in
  • Sitzplatzreservierung im Regionalverkehr
  • Reinigung per WhatsApp
  • Digital im Landverkehr
  • DB Arriva startet neuen On-Demand-Minibusservice

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Mitarbeiterkommunikation in die digitale Welt überführt

DB Planet – das Social Intranet des DB-Konzerns
Seit dem 4. April 2017 vernetzt der DB-Konzern seine Mitarbeiter miteinander. DB Planet ermöglicht innerhalb des DB-Konzerns Information und Kommunikation in Echtzeit und die digitale Vernetzung untereinander. Mitmachen ist per dienstlichem oder privatem Smartphone, Tablet oder Notebook möglich – unabhängig von Ort, Endgerät oder betrieblichem Arbeitsplatz. Dabei kombiniert DB Planet die Möglichkeiten des direkten Austauschs und der Vernetzung untereinander mit der Information und Einbindung über redaktionellen Content.

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Managementansatz - Digitalisierung und Innovation (DB 02)

Wir haben die Bedeutung der Digitalisierung erkannt: Die digitale Revolution ist umfassender und tiefgreifender als alle Industrieveränderungen zuvor. Insbesondere neue Kundenanforderungen und Technologien führen zu disruptiven Marktveränderungen in nie da gewesener Geschwindigkeit.

In den vergangenen Jahren haben wir wichtige Stationen auf der digitalen Reise erreicht und neue Angebote, Prozesse und Geschäfte entwickelt. Zudem wurden wesentliche strukturelle Rahmenbedingungen geschaffen, um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Zentral wurde im Bereich des Chief Digital Officers (CDO) mit einem bereichsübergreifend besetzten Team im Berichtsjahr die Digitalisierungsstrategie des DB-Konzerns erarbeitet. Für die Operationalisierung der Digitalisierungsstrategie ist das Com­petence Center Digitalisierung verantwortlich. In diesem Gremium kommen regelmäßig die Entscheider für Digitalisierung aus Geschäftsfeldern und Konzernzentrale zusammen. Durch die bereichsübergreifende Arbeit gelingt eine Ausrichtung sowie Verzahnung von zentralen und dezentralen Aktivitäten im digitalen Kontext entlang eines übergreifenden Steuerungssystems.

Die inhaltliche Ausgestaltung der Digitalisierungsstrategie wurde auf Basis von Technologietrends erarbeitet und beinhaltet eine klare Positionierung entlang unserer wesentlichen Zielmärkte »Smart Mobility« und »Smart Logistics«. Dabei stehen je zwei Handlungsfelder im Vordergrund: erstens die Entwicklung und Digitalisierung des Kerngeschäfts durch Neuentwicklungen digitaler Services entlang aller Kundenkontaktpunkte wie zum Beispiel WLAN in ICE-Zügen. Zweitens steht die Erschließung neuer Geschäftsmodelle wie zum Beispiel IOKI oder Platooning im Fokus. Ergänzend zu den Handlungsfeldern an der Kundenschnittstelle zeigt die Digitalisierungsstrategie die Handlungsfelder von »Smart Assets«, also einer intelligenten Infrastruktur und Produktion, sowie unter »Smart Admin« die Chancen der Digitalisierung in administrativen Prozessen auf.

Um die Positionierung in unseren Märkten erfolgreich umzusetzen, entwickeln wir das Digitale Ökosystem des DB-Konzerns systematisch weiter.

Als wichtiger Treiber der digitalen Transformation stehen die Mitarbeiter des DB-Konzerns im Fokus. Ziel einer konzernweiten Initiative ist es, Führungskräften und Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, ihre digitalen Kompetenzen auszubauen, beispielsweise durch Trainings und Lernangebote. Auch Vernetzungsangebote und Veranstaltungen ermöglichen Lernen, Austausch und das Initiieren von bereichsübergreifenden digitalen Projekten. Zusätzlich wurde die Möglichkeit der Umsetzung eigener Geschäftsideen durch das im Berichtsjahr initiierte Intrapreneurship-Programm für Mitarbeiter ins Leben gerufen.

Mit der Digitalisierungsstrategie haben wir für den DB-Konzern einen digitalen Kompass gesetzt und wesentliche Rahmenbedingungen geschaffen.

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Regelungen zum automatisierten Fahren

Im Juni 2017 hat der Bundestag Regelungen zum Fahren von Autos mit hoch und voll automatisierter Fahrfunktion verabschiedet. Das Gesetz stellt klar, dass der Betrieb von Kraftfahrzeugen mittels hoch und voll automatisierter Fahrfunktion »im Rahmen der bestimmungsgemäßen Verwendung« zulässig ist. Wenn etwa die automatisierte Fahrfunktion nur für den Einsatz auf Autobahnen konstruiert ist, darf das Auto nicht zum Verkehr auf anderen Straßen eingesetzt werden. Der Fahrzeugführer darf sich im Falle, dass die hoch und voll automatisierte Fahrfunktion die Kontrolle über das Auto übernommen hat, vom Verkehrsgeschehen und von der Fahrzeugführung abwenden, muss aber so wahrnehmungsbereit sein, dass er die Steuerung wieder übernehmen kann, wenn er vom System dazu aufgefordert wird. Geregelt sind in dem Gesetz auch Haftungsfragen. Während des automatisierten Fahrbetriebs liegt die Verantwortlichkeit für Unfälle beim Hersteller.

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Intelligente Automatisierung 

Intelligente Automatisierung führt zu Veränderungen in allen Lebensbereichen. Künstliche Intelligenz und die rasante Entwicklung bei Sprach- und Gestenerkennung ermöglichen beispielsweise auch weniger mit Technik vertrauten Menschen eine immer einfachere, individuellere und intuitivere Interaktion mit Maschinen. Am Arbeitsplatz oder im Privatleben können Maschinen klar definierte Aufgaben und Routinetätigkeiten zunehmend erleichtern oder vollständig übernehmen. Ein weiteres Beispiel ist die vorausschauende Instandhaltung. Güterlokomotiven, Weichen, Aufzüge und Rolltreppen melden künftig Störungen selbst und könn­en frühzeitig instand gehalten werden. In der Logistik versenden sich Güter aus automatisierten Lagern selbst und stellen über Echtzeittracking jederzeit Informationen zu Standort, Temperatur und voraussichtlicher Lieferzeit bereit. Für die Schiene bedeutet intelligente Automatisierung somit die Chance, sich im immer wettbewerbsintensiveren Mobilitäts- und Logistikmarkt zu behaupten. Durch die Digitalisierung des Bahnbetriebs kann die Leistungsfähigkeit gesteigert und können Kosten gesenkt werden. 

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On-Demand-Angebote 

Immer mehr Kunden erwarten ein in Echtzeit verfügbares Angebot, das sie bei Bedarf sofort konsumieren können. Durch eine höhere Nachfrage nach solchen On-Demand- Angeboten verlieren klassische Terminangebote, wie zum Beispiel das Fernsehprogramm, an Bedeutung. Dadurch sind die Anbieter gefordert, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, um die Bedürfnisse der Kunden schneller, individueller und kosteneffizienter zu bedienen. Wenn diese Angebote zudem einfach zu nutzen sind und ein positives Erlebnis versprechen, steigert das die Marktchancen weiter. Große Datenmengen sind dabei meist eine Voraussetzung, um diese Angebote produzieren zu können: Je besser Unternehmen künftige individuelle Nachfragen abschätzen können, desto zuverlässiger und kostengünstiger können sie die passenden On-Demand-Angebote bereitstellen. Durch die Analyse großer Datenmengen können der Um­­fang und der Zeitpunkt künftiger Nachfrage ermittelt wer­den. Um auch für die Mobilität erfolgreich On-Demand-Angebote anzubieten, entwickeln wir mit ioki maßgeschneiderte Lösun­­gen für unsere Kunden.

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Innovationshub Stadt/Smart Cities

Städte entwickeln sich immer stärker zu Experimentierorten für innovative Transportlösungen. Die hohe Wertschätzung urbanen Lebens, berufliche Chancen in Städten und eine bessere Versorgungslage als auf dem Land erhöhen den Zuzug in den urbanen Raum. Die Verdichtung und der stark wachsende E-Commerce belasten die Städte in der Folge mit einem immer stärker wachsenden Verkehr. Neben Einfahrverboten gehen Städte zunehmend selbst in die Treiberrolle, um mit intelligenten Lösungen die Belastungen durch Mobilität und Logistik zu verringern. Dabei arbeiten sie eng mit Partnern aus der Industrie zusammen, die zunehmend mit Städten kooperieren, um eigene Produkte im urbanen Raum umzusetzen. International haben sich Städte schon deutlich stärker zu Innovationshubs weiterentwickelt. Mit unserem Konzernprogramm Smart Cities gestalten wir die Städte von morgen: Wir entwickeln Services und Angebote zur intelligenten Vernetzung von Verkehrs­infrastruktur – mit Mobilität und Logistik aus einer Hand.

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Smart Cities 

Städte stehen heute vor großen Herausforderungen durch die anhaltende Urbanisierung. Dabei sind die wachsende Mobilität und Logistik oft Ursache des Problems. Mit dem Konzernprogramm Smart Cities wollen wir mit neuen, intelligenten Mobilitäts-, Logistik- und Bahnhofskonzepten die Lebensqualität im urbanen Raum steigern. Hierzu haben wir bereits eine Absichtserklärung zur Smart-City-Partnerschaft mit der Freien und Hansestadt Hamburg gezeichnet und unser Konzept mit weiteren Städten und Partnern diskutiert. Darüber hinaus entwickeln wir neue Produkte, um mit Mobilität und Logistik die urbanen Herausforderungen zu meistern. Wir entwickeln mit On-Demand-Shuttles und Fahrrädern neue Lösungen für die erste und letzte Meile vom und zum Bahnhof, um das eigene Auto überflüssig zu machen. Wir arbeiten an Cargo-Bikes und intelligenten Schließfächern, um urbane Logistik noch effizienter und emissionsärmer zu organisieren. Außerdem wollen wir Bahnhöfe als attraktive Anziehungspunkte etablieren und ein Co­working-­Netzwerk aufbauen. Zukünftig wollen wir mit einem gebündelten Auftritt gemeinsam mit Städten und Industriepartnern die urbane Zukunft gestalten.

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drive Personen­verkehr

Im Oktober 2017 haben wir ioki, einen neuen Geschäftszweig für moderne, flexible und digitale Mobilitätslösungen, gelauncht. ioki entwickelt ein offenes Umfeld für On-Demand-Mobilität, das eng in den öffentlichen Personennahverkehr integriert ist und nahtlose Mobilität ermöglicht. Alle Systembausteine bietet ioki aus einer Hand, um Dritte, etwa Städte oder kommunale Aufgabenträger, in die Lage zu versetzen, unter eigenem Namen On-Demand-Mobilitätsangebote im öffentlichen Verkehr zu betreiben.

Gerade in ländlichen Gebieten mit geringer Bevöl­kerungsdichte besteht großes Potenzial, mit On-Demand-­Lösungen den öffentlichen Verkehr nachhaltiger und effizienter zu gestalten und individuelle Mobilität ohne eigenes Auto zu ermöglichen. Zukünftig sollen On-Demand-Verkehre mit autonomen Fahrzeugen betrieben werden. Nach ersten Testbetrieben in Berlin und Leipzig folgte in Bad Birnbach der erste autonom verkehrende öffentliche Linien­­busverkehr. Der Bus fährt rein elektrisch und verursacht somit lokal keine Schadstoffemissionen. Im Rahmen der Smart-City-Partnerschaft mit der Freien und Hansestadt Hamburg setzt ioki 2018 einen fahrerbasierten On-Demand-Shuttleservice mit Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie ein Testfeld für einen autonomen Busverkehr in Hamburg um.

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drive Güterverkehr

Autonomes und vernetztes Fahren wird für den Straßengüterverkehr grundlegende Veränderungen beinhalten. Das Konzernprogramm drive Güterverkehr bewertet die Implikationen des (teil-)automatisierten Fahrens für die Logistik und ihre Wertschöpfungskette und evaluiert hieraus entstehende neue Geschäftsmodelle. DB Schenker schreitet auf diesem Feld als Vordenker mit Gestaltungswillen und Umsetzungskompetenz voran. Der Kompetenzaufbau der mit dem automatisierten Fahren verbundenen Digitalisierung ist dabei ebenso zentral wie ein früher Erwerb operativer Erfahrungen in den Anwendungsfeldern autonomen Fahrens; auf der Landstraße, der Fernstraße, in der Stadt und auf Terminalgelände. DB Schenker führt 2018 in Kooperation mit MAN und der Hochschule Fresenius ein vom BMVI gefördertes Platooning-Projekt durch. Darüber hinaus erfolgen 2018 unter anderem vorbereitende Aktivitäten für die Pilotierung autonomer Lkw-Fahrten auf Terminalgelände.

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Digitale Schiene Deutschland

Mit dem Programm Digitale Schiene Deutschland wollen wir die Zuverlässigkeit, Qualität, Flexibilität sowie die Transportkapazität und Kosteneffizienz der Schiene deutlich steigern. Dazu nutzen wir konsequent die Chancen neuer digitaler Technologien. Das Zielbild ist ein digitalisierter Schienenverkehr mit integriertem Sys­tem aus Kapazitätsmanagement und Betriebsdurchführung. Eine wichtige Grundlage dafür bilden eine intelligente Infrastruktur für die Koordination des Zugbetriebs, eine Echtzeitermittlung von Zugpositionen, ein hochperformanter Datenaustausch zwischen Zug und Infrastruktur sowie eine sensorikbasierte Hinderniserkennung. Die für die Umsetzung des Zielbildes notwendigen Technologien wurden im Berichtsjahr identifiziert und ihr Reifegrad bewertet. Mit der Erarbeitung der fachlichen und technischen Spezifikation wurde begonnen. Um sicherzustellen, dass dabei europaweite Standards entstehen, arbeiten wir eng mit anderen Bahnen zusammen. Ebenfalls wurden Machbarkeitsstudien für Piloten (insbesondere S-Bahn Hamburg) sowie der Aufbau der Umsetzungsorganisation angestoßen. Das Projekt erfordert vertiefte Technologiepartnerschaften innerhalb und außerhalb der Bahnindustrie. 2018 steht neben dem weiteren Aufbau der Organisation die inhaltliche Erarbeitung und Umsetzung eines geeigneten Partneringkonzepts im Fokus.

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Unterwegs

Der Mobilitätsmarkt befindet sich in einer disruptiven Phase. Neue Geschäftsmodelle und Mobilitätsplattformen setzen sich zunehmend mit kundenzentrierten, digitalen Angeboten gegenüber bestehenden Anbietern durch. Die bisher relevanten analogen Kundenschnittstellen werden perspektivisch gegenüber digitalen an Bedeutung verlieren. Als Reaktion auf diese Veränderungen verfolgen wir das Ziel, die Digitalisierungsaktivitäten an der Kundenschnittstelle im Personenverkehr zukunftsweisend auszurichten und weiterzuentwickeln. Im Rahmen des Projekts Unterwegs wird ein branchenweites Angebot an Softwarelösungen aufgebaut, um sich verändernde Bedürfnisse von Endkunden und Mobilitätspartnern zu bedienen und digitale Innovationen auf dem Mobilitätsmarkt voranzutreiben.

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Innovative Lösungen vorantreiben 

Wir wollen die Mobilität und Logistik von morgen maßgeblich mitgestalten. Wir wollen die Potenziale der Digitalisierung für Qualitätsverbesserungen und zur Integration neuer Angebote für unsere Kunden nutzen. Digitale Technologien ermöglichen nicht nur die Weiterentwicklung des Systemverbunds Bahn, sondern ebnen auch neuen Geschäftsmodellen den Weg. Im Folgenden sind Beispiele von Fortschritten im Berichtsjahr bei der Entwicklung und Erprobung unter anderem von neuen Produkten, Features, Verfahren und Services dargestellt.

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Digitales Planen und Bauen wird Realität

Das Building Information Modeling (BIM) ist eine kooperative Arbeitsmethode, bei der alle Daten von Eisenbahninfrastrukturanlagen in eine optimierte Planung, Bauausführung und Bewirtschaftung über den gesamten Lebenszyklus einfließen. Wir wollen ab Ende 2020 alle neuen Infrastruktur-projekte, die standardisierbar oder komplex sind, mit der BIM-Methode realisieren. Die im Berichtsjahr begonnene Erarbeitung von Grundlagen für effiziente digitale Prozesse und Technologien bei der Planung, dem Bau und dem Betrieb von Eisenbahninfrastrukturanlagen wollen wir bis Ende 2018 in der ersten Stufe abschließen und 2019 in die Professionalisierung überführen. Für 13 Infrastrukturgroßprojekte erfolgt eine Förderung durch das BMVI.

DB Netze Personenbahnhöfe plant und baut seit Januar 2017 alle neuen Bahnhofsprojekte mithilfe von BIM. Im brandenburgischen Werbig haben wir bereits 2014 den ersten Bahnhof nach der BIM-Methodik geplant und gebaut. Kosten und Termine wurden eingehalten und der Baufortschritt optimal in den Bahnbetrieb integriert. Seitdem wurde bei 80 weiteren Bahnhofsprojekten das BIM angewendet.

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Fortschritte bei Standardisierung der Instandhaltung

Um die Qualität der Eisenbahninfrastruktur zu verbessern, nutzen wir bei der Instandhaltung des Schienennetzes die Möglichkeiten der Digitalisierung.

Im Rahmen der »Standardisierung Produktionssystem Instandhaltung« (SPI) wurde der Dispositions- und Rückmeldeprozess der operativen Instandhaltung standardisiert und digitalisiert. Nach planmäßiger Beendigung der ersten Rolloutphase arbeitet nun bundesweit die Instandhaltungsorganisation im Fern- und Ballungsnetz mit digitaler Beauftragung und Rückmeldung. Als Teil des Programms OPEX startete im Berichtsjahr die zweite Phase der SPI. Dabei stehen die Vereinheitlichung von Arbeitsabläufen und Prozessen insbesondere in der Arbeitsvorbereitung und -durchführung, Produktivitätssteigerungen sowie Qualitätsverbesserungen der Anlagen im Fokus. Pilotstandorte sind Produktionsdurchführungen in Frankfurt und Würzburg; der flächendeckende Rollout begann Ende 2017 und wird bis Ende 2019 bundesweit abgeschlossen.

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Rollout Weichenantriebsdiagnose 

Um die Verfügbarkeit von Weichen zu optimieren, wird ein digitales Ferndiagnosesystem eingesetzt, mit dem potenzielle Störungen vor Eintritt erkannt werden können. Über die Diagnoseplattform DIANA erhält die Instandhaltung ein Indiz für eine mögliche Störung und kann diese präventiv beheben. Antriebsbedingte Störungen an Weichen sollen damit perspektivisch um bis zu 50% reduziert werden. Bis Dezember 2017 wurden rund 15.700 Weichen mit den Stellkraftdiagnosesystemen ausgerüstet. Die vorausschauende Instandhaltung über die Diagnoseplattform DIANA wird sukzessive auf weitere Bauteile ausgeweitet.

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Vorausschauende Instandhaltung erhöht Qualität im Bahnbetrieb 

Seit Beginn 2017 profitieren Kunden von DB E&C und DB Systemtechnik auch bei der Instandhaltung von den Chancen, die die Digitalisierung bietet: Bei der vorausschauenden Instandhaltung können Instandsetzungsbedarf und Schäden an Infrastruktur und Fahrzeugen durch intelligente Datendiagnose und -analyse bereits erkannt und behoben werden, bevor Probleme entstehen. So werden zum Beispiel Betriebsstörungen durch Ausfälle von Weichen verhindert, weil sich abzeichnende Ausfälle frühzeitig bemerkt werden. Dies wirkt sich direkt auf die Zufriedenheit der Kunden aus, da Verspätungsfälle deutlich reduziert werden können. Basis für diese Leistungen sind vernetzte Anlagendaten auf einer speziellen IT-Plattform.

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Digitalisierung und Big Data

Die Digitalisierung ist eine wichtige Voraussetzung für die Erfüllung der Kundenerwartungen. Gleichzeitig werden mehr und mehr Personalprozesse digitalisiert. Mit dem Social Intranet DB Planet wurden digitale Werkzeuge für eine konzernweite Vernetzung entwickelt. Auch der Einsatz flexibler und leistungsfähiger Cloud-Services steht im Zeichen der Digitalisierung. Eines haben die Entwicklungen gemeinsam: Es fallen unweigerlich Daten an. Diese können entweder direkt oder mittelbar Rückschlüsse auf Kunden oder Mitarbeiter zulassen, teilweise können daraus Bewegungsprofile entstehen.

Daher ist es unerlässlich, die Persönlichkeitsrechte der Kunden und Mitarbeiter angemessen zu schützen. Die Datenschutzorganisation unterstützte die Fachbereiche und Projekte durch fundierte und nachhaltige Beratung in datenschutzrechtlicher und technischer Hinsicht. Insbesondere die Einführung von Office 365 und Windows 10 (BKU X), DB Planet, Amazon Webservices sowie neuer Vertriebsplattformen wurde im Berichtsjahr begleitet und auf Datenschutzkonformität hin überprüft. Durch die Vernetzung mit wichtigen Stakeholdern gelang es, frühzeitig datenschutzrelevante Themen zu adressieren und das Bewusstsein zu schärfen, dass Datenschutz und Digitalisierung zwei Seiten derselben Medaille sind.

Die Schwerpunkte des Auditprogramms orientierten sich ebenfalls stark an den technischen Entwicklungen und Einführungen neuer Technologien. Hervorzuheben sind die Auditierungen in den DB-Reisezentren und im Bereich der Fahrgastrechte sowie die Auftragnehmerprüfungen von Dienstleistern im Rahmen des neuen Bewerbermanagements. Einen weiteren Schwerpunkt bildete im Berichtsjahr die Durchführung des Datenschutz-Online-Monitorings. Alle zwei Jahre wird die datenschutzrechtliche Befragung aller Führungskräfte genutzt, um das Datenschutzniveau im DB-Konzern zu ermitteln und kontinuierlich anzuheben. Im Berichtsjahr legte das Datenschutz-Online-Monitoring den Fokus auf den Einsatz von mobilen Geräten und die Nutzung von Social-Media-Anwendungen.

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