Integrierter Bericht 2017 – Auf in eine neue Zeit!

Entwicklung im Berichtsjahr

  • Beeinträchtigungen vor allem in Deutschland durch Betriebseinschränkungen und angespannte Transportqualität (Ressourcenprobleme Personal, teilweise Loks und Wagen).
  • Anhaltend schwache Entwicklung in Frankreich infolge von qualitätsbedingten Verkehrsverlusten sowie einer Refokussierung des Kundenportfolios.
  • Restrukturierung in Frankreich und Großbritannien weiter vorangetrieben.

DB Cargo

2017

2016

Verände­rung

 


2015

absolut

%

Pünktlichkeit in %

72,7

75,6

73,9

Kundenzufriedenheit in ZI

67

64

Beförderte Güter in Mio. t

271,0

277,4

– 6,4

– 2,3

300,2

Verkehrsleistung in Mio. tkm

92.651

94.698

– 2.047

– 2,2

98.445

Betriebsleistung in Mio. Trkm

175,6

179,1

– 3,5

– 2,0

187,0

Auslastung in t pro Zug

527,5

528,8

–1,3

–0,2

526,5

Gesamtumsatz in Mio. €

4.528

4.560

– 32

– 0,7

4.767

Außenumsatz in Mio. €

4.209

4.230

– 21

– 0,5

4.417

EBITDA bereinigt in Mio. €

130

108

+ 22

+ 20,4

120

EBIT bereinigt in Mio. €

– 90

– 81

– 9

+ 11,1

–183

EBIT-Marge (bereinigt) in %

– 2,0

– 1,8

–3,8

Brutto-Investitionen in Mio. €

328

304

+ 24

+ 7,9

451

Mitarbeiter per 31.12. in VZP

28.257

29.671

– 1.414

– 4,8

30.303

Mitarbeiterzufriedenheit in ZI

3,4

Mitarbeiterzufriedenheit – Durchführungsquote Folgeworkshops, in %

96,5

99,0

Frauenanteil in Deutschland per 31.12. in %

10,6

11,2

11,4

Spezifischer Endenergieverbrauch im Vergleich zu 2006

(bezogen auf tkm) in %

–17,1

–17,1

–16,8

Anzahl leiser Güterwagen in Deutschland gesamt per 31.12.

39.604

32.396

+7.208

+22,2

20.460

Die Pünktlichkeit ist im Berichtsjahr gesunken. Treiber war insbesondere die Entwicklung in Deutschland, wo Anlaufschwierigkeiten bei der Einführung eines neuen Produktionssystems und die Betriebseinschränkungen zu Belastungen führten. #Pünktlichkeit

Die Kundenzufriedenheit verbesserte sich allerdings auf­­grund der positiven Entwicklung wichtiger Kundenschnittstellen wie Beratung und Transportperformance. Für die Erfassung der Kundenzufriedenheit werden jährlich rund 1.000 Kunden befragt.

Die Leistungsentwicklung war unerfreulich. Getrieben wurde sie vor allem von der Entwicklung in den Regionen West und Central. Die Menge der beförderten Güter und die Verkehrsleistung sowie die Auslastung pro Zug gingen leicht zurück.

Die wirtschaftliche Entwicklung bleibt angespannt. Die leicht rückläufigen Erträge konnten durch die niedrigeren Aufwendungen kompensiert wer­den, sodass es zu einem Anstieg des bereinigten EBITDA kam. Getrieben wurde die Entwicklung durch die Region West, dämpfend wirkte die Entwicklung in der Region Central. Aufgrund der gestiegenen Abschreibungen entwickelte sich das bereinigte EBIT negativ.

  • Die Umsätze werden zu 82% in Central Europe, zu 13% in Western Europe und zu 5% in Eastern Europe generiert. Der Umsatz blieb annähernd unverändert. Leistungsbedingte Zuwächse vor allem in der Region East wurden durch negative Währungskurseffekte sowie leistungsbedingte Umsatzrückgänge in Western Europe aufgezehrt.
  • Die sonstigen betrieblichen Erträge (– 0,6%) gingen währungskursbedingt zurück. Währungskursbereinigt war ein Anstieg unter anderem infolge der Rückerstattung der Kernbrennstoffsteuer zu verzeichnen.
  • Vor allem höhere eingekaufte Transportleistungen sowie ge­­stiegene Aufwendungen für Instandhaltung in Deutsch­­land führten zu einem leichten Anstieg des Materialaufwands (+ 1,6%). Unter anderem niedrigere Kos­­ten für Energie sowie Währungskurseffekte wirkten teilweise kompensierend.
  • Der Personalaufwand (– 1,7%) lag aufgrund der geringeren Mitarbeiterzahlen insbesondere durch Restrukturierungsmaßnahmen in Großbritannien und aufgrund von Währungskurseffekten unterhalb des Vorjahres. Gegenläufig wirkten Effekte aus Tariferhöhungen.
  • Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (– 9,7%) waren unter anderem infolge von niedrigeren Aufwendungen für Schadenersatz und Fahrzeugmieten rückläufig.
  • Die Abschreibungen (+ 16,4%) stiegen infolge der Aktivierung von IT-Entwicklungskosten im Vorjahr sowie aufgrund erhöhter Investitionen in Lokomotiven und Güterwagen.

Die Investitionstätigkeit nahm zu. Die Investitionen stiegen in der Region Central aufgrund der Aktivierung von IT-Entwicklungskosten sowie höherer Investitionen in Lokomotiven und Güterwagen. Gegenläufig sanken die Investitionen in den Regionen West und East.

65% der Mitarbeiter sind in der Region Central beschäftigt, 15% in der Region West und 14% in der Region East. Die Zahl der Mitarbeiter war rückläufig. Hier wirkten im Wesentlichen ein restrukturierungsbedingter Rückgang des Personalbestands in Deutschland, zusätzlich unterstützt durch natürliche Fluktuation, Altersteilzeit und konzern-interne Wechsel, Anpassungen an die Geschäftslage in Großbritannien und Frankreich sowie Optimierungsmaßnahmen in Polen.

Die Messung der Mitarbeiterzufriedenheit erfolgt alle zwei Jahre. Im Berichtsjahr lag der Fokus auf den Folgeprozessen. Die Durchführungsquote Folgeworkshops zur Mitarbeiterbefragung 2016 lag erneut auf einem sehr hohen Niveau, allerdings etwas niedriger als vor zwei Jahren.

Der Frauenanteil ist im Vergleich zum Vorjahr leicht zu­rückgegangen. Dies ist im Rahmen des rückläufigen Personalbestands auf demografisch bedingte Abgänge, natürliche Fluktuation, Altersteilzeit und konzerninterne Wechsel zu­­rückzuführen.

Der Rückgang des spezifischen Endenergieverbrauchs im Vergleich zu 2006 ist stabil geblieben.

Nahezu zwei Drittel der aktiven Güterwagen von DB Cargo in Deutschland fahren mittlerweile mit FlüsterbremsenNR. 05. Die Umrüstungen wurden im Berichtsjahr fortgesetzt.

    Region Central

    • Beeinträchtigungen durch Betriebseinschränkungen mit Auswirkung auf Leistungsqualität in Deutschland.
    • Stabilisierende Wirkung aus positiver Entwicklung der schienenaffinen Stahlbranche.
    • Steigerung der Profitabilität durch effizienzsteigernde Maßnahmen bei den Vertriebsgesellschaften.

    Region Central
    Ausgewählte Kennzahlenin Mio. €

    2017

    2016

    Verände­rung

    absolut

    %

    Beförderte Güter in Mio. t

    246,2

    246,9

    – 0,7

    – 0,3

    Verkehrsleistung in Mio. tkm

    74.780

    75.771

    – 991

    – 1,3

    Betriebsleistung in Mio. Trkm

    140,9

    142,0

    – 1,1

    – 0,8

    Gesamtumsatz

    4.836

    4.827

    + 9

    + 0,2

    Außenumsatz

    3.431

    3.421

    + 10

    + 0,3

    EBITDA bereinigt

    160

    181

    – 21

    – 11,6

    EBIT bereinigt

    6

    57

    – 51

    – 89,5

    Brutto-Investitionen

    270

    222

    + 48

    + 21,6

    Mitarbeiter per 31.12. in VZP

    18.494

    19.332

    – 838

    – 4,3

    Die Leistungsentwicklung in der Region Central war rückläufig. Treiber war die Entwicklung in Deutschland infolge von Struktureffekten bei schienenaffinen Gütern wie Kohle sowie der Betriebseinschränkungen. Durch die Umsetzung von Optimierungs­programmen konnte die Auslastung auf Vorjahresniveau gehalten werden.

    Die wirtschaftliche Entwicklung war angespannt: Der leichte Umsatzanstieg wurde vor allem durch einen gestiegenen Materialaufwand aufgezehrt, sodass die bereinigten Ergebnisgrößen EBITDA und EBIT zurückgingen.

    • Trotz der Betriebserschwernisse in Deutschland konnte ein leichter Umsatzzuwachs erzielt werden. Dies resultierte aus der positiven Entwicklung in einigen schienen­affinen Branchen und aus neu vereinbarten Einkaufs- und Verkaufsbeziehungen.
    • Die sonstigen betrieblichen Erträge (– 1,3%) gingen in­folge des Wegfalls eines Einmaleffekts aus der Veräußerung von Schienenfahrzeugen im Vorjahr zurück. Die Erstattung der Kernbrennstoffsteuer wirkte teilweise kom­­pensierend.
    • Der Materialaufwand (+ 1,8%) erhöhte sich infolge gestie­­gener eingekaufter Transportleistungen sowie leistungsbedingt höherer Aufwendungen für Trassennutzung bei den Produktionsgesellschaften. Geringere Aufwendungen für Energie wirkten kompensierend.
    • Der Personalaufwand (– 0,3%) ging infolge des geringeren Mitarbeiterbestands zurück. Gegenläufig wirkten sich Tariferhöhungen aus.
    • Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendun­­gen (– 4,7%) resultierte unter anderem aus geringeren Aufwendungen für Schadenersatz sowie für Transportleistungen.
    • Die Abschreibungen (+ 24,2%) stiegen infolge der Aktivierung von IT-Entwicklungskosten im Vorjahr sowie aufgrund erhöhter Investitionen in Lokomotiven und Güterwagen.

    Die Brutto-Investitionen stiegen infolge der Aktivierung von IT-Entwicklungskosten sowie höherer Investitionen in Lokomotiven und Güterwagen deutlich an.

    Die Zahl der Mitarbeiter war vor allem durch Restrukturierungsmaßnahmen sowie natürliche Fluktuation und konzern­interne Wechsel in Deutschland rückläufig.

      Region West

      • Rückläufige Nachfrage in den Segmenten Kohle und Chemie bei stabilen Stahltransporten in Großbritannien.
      • Währungskurseffekte durch schwächeres Pfund.
      • Qualitätseinschränkungen in Frankreich.
      • Restrukturierungsmaßnahmen in Großbritannien und Frankreich schreiten voran.

      Region West
      Ausgewählte Kennzahlen
      in Mio. €

      2017

      2016

      Verände­rung

      absolut

      %

      Beförderte Güter in Mio. t

      55,4

      61,7

      – 6,3

      – 10,2

      Verkehrsleistung in Mio. tkm

      13.255

      14.062

      – 807

      – 5,7

      Betriebsleistung in Mio. Trkm

      26,8

      28,9

      – 2,1

      – 7,3

      Gesamtumsatz

      668

      744

      – 76

      – 10,2

      Außenumsatz

      544

      607

      – 63

      – 10,4

      EBITDA bereinigt

      41

      7

      + 34

      EBIT bereinigt

      – 12

      – 46

      + 34

      – 73,9

      Brutto-Investitionen

      48

      69

      – 21

      – 30,4

      Mitarbeiter per 31.12. in VZP

      4.207

      5.055

      – 848

      – 16,8

      In der Region West verzeichneten die Menge der beförder­­ten Güter, die Verkehrsleistung und die Betriebsleistung teils deutliche Rückgänge. Qualitätsbedingte Leistungsrückgänge in Frankreich konnten nur teilweise durch einen Anstieg bei den Stahlverkehren in Großbritannien kompensiert werden.

      Die wirtschaftliche Entwicklung hat sich verbessert: Der Rückgang der Erträge wurde durch niedrigere Aufwendun­­gen überkompensiert, sodass sich die bereinigten Ergebnis­größen EBITDA und EBIT positiv entwickelten. Kosteneinsparungen in Frankreich und Großbritannien wirkten hier unterstützend.

      • Der Umsatz war leistungs- und währungskursbedingt rückläufig.
      • Die sonstigen betrieblichen Erträge (– 12,0%) gingen infolge des Wegfalls hoher Ausgleichszahlungen im Vorjahr in Frankreich sowie niedrigerer interner Mieterträge für Lokomotiven in Großbritannien zurück.
      • Der Materialaufwand (– 7,6%) war aufgrund von Währungskurseffekten und deutlich geringeren eingekauften Leistungen rückläufig.
      • Der Personalaufwand (– 16,3%) sank infolge von Währungskurseffekten sowie einer an die Leistungsentwicklung angepassten Mitarbeiterzahl.
      • Die Abschreibungen blieben unverändert.
      • Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (– 24,5%) gingen aufgrund geringerer Mietaufwendungen in Großbritannien, negativer Währungskurseffekte sowie Kosten­einsparungen in Frankreich zurück.

      Die Brutto-Investitionen gingen stark zurück. Dies re­sultierte aus der Verschiebung von Investitionen in Großbritannien.

      Die Mitarbeiterzahl ging aufgrund der Anpassung an die Geschäftslage in Großbritannien und Frankreich zurück.

        Region East

        • Positive Geschäftsentwicklung im Wesentlichen getrieben durch Polen.
        • Strukturelle Anpassungen im Kundenportfolio in Südost­europa stärken die Rentabilität und führen zu anteiligen Verschiebungen von internationalen zu nationalen Verkehren.

        Region East
        Ausgewählte Kennzahlen
        in Mio. €

        2017

        2016

        Verände­rung

        absolut

        %

        Beförderte Güter in Mio. t

        17,3

        16,6

        + 0,7

        + 4,2

        Verkehrsleistung in Mio. tkm

        4.616

        4.865

        – 249

        – 5,1

        Betriebsleistung in Mio. Trkm

        8,0

        8,2

        – 0,2

        – 2,4

        Gesamtumsatz

        314

        277

        + 37

        + 13,4

        Außenumsatz

        216

        202

        + 14

        + 6,9

        EBITDA bereinigt

        21

        16

        + 5

        + 31,3

        EBIT bereinigt

        8

        5

        + 3

        + 60,0

        Brutto-Investitionen

        10

        13

        – 3

        – 23,1

        Mitarbeiter per 31.12. in VZP

        4.076

        4.205

        – 129

        – 3,1

        Die Leistungsentwicklung in der Region East bezogen auf die Verkehrs- und Betriebsleistung war vor allem infolge eines Rückgangs der internationalen sowie nationalen Verkehre in Südosteuropa schwächer. Gegenläufig wirkten sich höhere Volumina im Bereich Intermodal und Automotive in Polen aus. Die Menge der beförderten Güter stieg gegenläufig leicht, unter anderem infolge von Zuwächsen in Polen.

        Die wirtschaftliche Entwicklung war positiv: Die bereinigten Ergebnisgrößen EBITDA und EBIT verbesserten sich, insbesondere getrieben durch den Anstieg der Umsatz­erlöse.

        • Der Umsatz entwickelte sich insbesondere in Polen positiv. Gegenläufig wirkten Währungskurseffekte.
        • Die sonstigen betrieblichen Erträge (+ 7,7%) stiegen auf­grund von zusätzlichen Nahbereichsleistungen in Südosteuropa. Außerdem trugen Währungskurseffekte zum Anstieg bei.
        • Der Materialaufwand (+ 28,3%) erhöhte sich vor allem in­­­folge eines gestiegenen Instandhaltungsaufwands sowie höherer eingekaufter Transportleistungen in Polen.
        • Der Personal­­­aufwand (+ 9,4%) stieg in Polen trotz eines Personalabbaus tarifbedingt an. In Südosteuropa erhöhte sich der Personalaufwand aufgrund von zusätzlichen Ein­­stellungen und Tariferhöhungen.
        • Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (– 25,0%) gingen infolge von Optimierungsmaßnahmen in Polen und geringeren Revisionskosten in Südosteuropa zurück.
        • Die Abschreibungen (+ 16,7%) nahmen aufgrund von Investitionen in Polen zu.

        Die Brutto-Investitionen sind aufgrund von entfallenen Zuschüssen für den Stettiner Hafen aus dem Vorjahr zurückgegangen.

        Die Mitarbeiterzahl war insbesondere aufgrund von Optimierungsmaßnahmen in Polen rückläufig.