Integrierter Bericht 2017 – Auf in eine neue Zeit!

Leistungs- und Finanzbeziehungen im DB-Konzern

Innerhalb des DB-Konzerns ergeben sich aufgrund der starken operativen Verflechtungen und Abhängigkeiten zwischen den Holdinggesellschaften und den Geschäfts­feldern wie auch zwischen den einzelnen Geschäftsfeldern Leistungs- und Finanzbeziehungen.

Diese lassen sich in vier Gruppen gliedern:

  • Operative Leistungsbeziehungen zwischen zwei Gesellschaften, die zum Beispiel im Rahmen der Infrastrukturnutzung entstehen, wenn die DB Regio AG Trassen der DB Netz AG in Anspruch nimmt und dafür Trassenentgelte bezahlt.
  • Leistungsbeziehungen mit der Konzernleitung: Die Managementholding DBAG erbringt Leistun­­gen für die operativen Gesellschaften wie zum Beispiel den zentralen Einkauf, der den Beschaffungsprozess von Zügen organisiert und steuert.
  • Konzernfinanzierung: Die Managementholding übernimmt und bündelt die Finanzierungsfunktion im DB-Kon­­zern. In diesem Rahmen beschafft die DBAG über ihre Finanzierungstochtergesellschaft Deutsche Bahn Finance GmbH (DB Finance) Finanzmittel am Kapital­­markt und reicht sie als Darlehen an die Konzerngesellschaften weiter.
  • Ergebnisabführungs- und Beherrschungsverträge: In Deutschland wird über Ergebnisabführungs- und Be­herr­­­­­schungsverträge eine steuerliche Organschaft be­­grün­­det, die es erlaubt, steuerliche Gewinne mit steuer­li­chen Ver­lus­­ten zu verrechnen. Im DB-Konzern ist die DBAG die schluss­­endlich steuerpflichtige Gesellschaft in Deutschland.

Als grundlegendes Merkmal der Ausgestaltung von Leis­tungs­­­beziehungen gilt dabei die Marktüblichkeit (»At-Arm’s-Length«-Prinzip). Das heißt, die Vergütung orientiert sich immer an markt­üblichen Preisen. Im DB-Konzern gilt dies für die Verrechnung von operativen Leistungsbezie­hungen, Serviceeinheiten und die Konzernfinanzierung. So zahlen zum Beispiel konzerninterne Kunden die gleichen Trassennutzungspreise wie konzernexterne Kunden. Die Preise für konzernintern be­­zogene Dienstleistungen werden regelmäßig auf Basis von Marktstudien auf Marktkonformität überprüft. Die Konditionen für Finan­zierungs­­trans­aktionen basieren auf aktuellen Marktkonditionen am Geld- und Kapitalmarkt.

Gruppenfunktionen nehmen steuernde und überwachende Aufgaben wahr. Diese Leistungen werden grundsätzlich nicht verrechnet. Die Leistungen der Serviceeinheiten werden in aller Regel leistungsgerecht mit den internen Leistungsempfängern verrechnet.

Gründe und Motivation für die marktgerechte Ausgestaltung der Leistungsbeziehungen im DB-Konzern sind:

  • Eine wertorientierte Unternehmenssteuerung gelingt nur, wenn diese auf allen Ebenen des DB-Konzerns er­­folgt. Dies setzt Leistungsbeziehun­­gen zu marktgerech­­­ten Konditionen voraus. Erfolg und Misserfolg müssen transparent werden, um eine wirtschaftliche Steuerung zu ermöglichen.
  • Die Infrastrukturgesellschaften sind gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Leistungen diskriminierungsfrei an­­zubieten. Die Marktkonformität der Preise wird von der Bundesnetzagentur (BNetzA) überprüft. Die Preise sind für jeden transparent.
  • Auch aus steuerlichen Gründen und aus Sicht von Minderheitsgesellschaftern von Tochtergesellschaften ist eine markt­gerechte Ausgestaltung von Leistungsbeziehungen notwendig und gefordert.

Die aus den Ergebnisabführungs- und Beherrschungsverträgen innerhalb des DB-Konzerns resultierenden Ergeb­nis- und Zahlungswirkungen sind keine Leistungs­beziehungen, sondern Konsequenz der Gestaltung des DB-Konzerns als inländischer Vertragskonzern und der damit verbundenen Rechte und Pflichten aller eingeschlossenen inländischen Gesellschaften.