Integrierter Bericht 2017 – Auf in eine neue Zeit!

Personenverkehr

Im Personenverkehr ist es unser Ziel, unsere starke Marktstellung in Deutschland im Schienen- und im Busverkehrsmarkt aufrechtzuerhalten und in Europa zu wachsen. Europaweit werden im Regional- und Nahverkehr Verkehre ausgeschrieben. Mit DB Arriva sind wir in 14 europäischen Ländern mit Bus- und/oder Schienenverkehren vertreten. Dies stellt für uns eine gute Ausgangsposition für weiteres Wachstum dar. Die Liberalisierung der europäischen Personenverkehrsmärkte ist allerdings europaweit unterschiedlich weit fortgeschritten. Nationale Fernverkehrsmärkte in anderen Ländern sind häufig noch nicht liberalisiert.

Außerhalb Europas entwickelt sich ein neuer Markt für Bahnbetriebs- und Instandhaltungsprojekte, für die zunehmend internationale Betreiber gesucht werden. Dafür haben wir im Berichtsjahr die DB International Operations gegründet.

Dynamik im deutschen Personen­verkehrsmarkt lässt nach

Personenverkehrsmarkt
in Deutschland

in % auf Basis der Verkehrsleistung

Wachstumsrate

Marktanteil

2017

2016

2017

2016

Motorisierter Individualverkehr

+1,0

+2,1

84,3

84,3

Schienenpersonenverkehr

+3,0

+4,5

8,5

8,4

     DB-Konzern

+2,6

+1,0

7,1

7,0

     Konzernexterne Bahnen

+5,6

+27,4

1,4

1,4

Öffentlicher Straßenpersonenverkehr

+0,0

+0,4

6,3

6,4

     DB-Konzern

–7,7

–2,2

0,6

0,7

Luftverkehr (innerdeutsch)

+0,5

+3,2

0,9

0,9

Gesamtmarkt

+1,1

+2,2

100,0

100,0

Die Daten für die Jahre 2016 und 2017 entsprechen den per Februar 2018 verfügbaren Erkenntnissen und Einschätzungen. Die Marktanteile je Verkehrsträger sind gerundet und können daher in Summe von 100 abweichen.

Der deutsche Personenverkehrsmarkt wuchs auch 2017, insgesamt aber schwächer als im Vorjahr:

  • Motorisierter Individualverkehr nahm nach eigenen Schätzungen moderat zu.
  • Schienenpersonenverkehr wuchs spürbar.
  • Öffentlicher Straßenpersonenverkehr stagnierte.
  • Luftverkehr stieg leicht.

Wesentliche Ursache hierfür waren die weiterhin positive, aber weniger dynamische Entwicklung der sozioökonomischen Rahmenbedingungen sowie Sondereffekte.

  • Erwerbstätigenzahlen und verfügbare Einkommen wuchsen solide, gleichzeitig aber stiegen auch Kraftstoffpreise und Inflation.
  • Nutzerkosten des motorisierten Individualverkehrs und Preisniveau des Luft- und Buslinienfernverkehrs zogen deutlich an, während Bahnpreise nur verhalten zulegten.
  • Stürme sorgten für starke Infrastrukturschäden und massive Verkehrseinschränkungen.
  • Temporäre Stilllegung des Zugverkehrs auf der Rheintalbahn.
  • Durch Schaltjahr-Effekt im Vorjahr fehlte ein Verkehrstag.

Busse und Bahnen in Europa legen deutlich zu

Europäischer Personenverkehrsmarkt
in % auf Basis der Verkehrsleistung

Wachstumsrate

2017

2016

Schienenpersonenverkehr

+4,0

+1,5

     DB-Konzern

+4,6

+3,4

Die Daten für die Jahre 2016 und 2017 entsprechen den per Februar 2018 verfügbaren Erkenntnissen und Einschätzungen. Die Wachstumsraten je Verkehrsträger sind auf halbe Prozentpunkte gerundet.

Das Umfeld für den europäischen Personenverkehr entwickelte sich 2017 positiv, büßte aber an Dynamik ein:

  • Der europäische Schienenpersonenverkehr wuchs mit rund +4,0% deutlich.
  • Der europäische Buslinienfernverkehr wuchs trotz starker Konsolidierung der Anbieterlandschaft.

Beschäftigung und verfügbare Realeinkommen stiegen in vielen europäischen Staaten moderat, zugleich zogen die Kraftstoffpreise im Jahresmittel an. Gegenüber dem Schaltjahr 2016 dämpfte ein fehlender Verkehrstag die Nachfrage.

Impulse für den europäischen Bus- und Bahnverkehr resultierten aus Schritten zur Marktliberalisierung und einem verstärkten internationalen Engagement etablierter Anbieter:

  • Finnland kündigte Öffnung des Schienenpersonenverkehrsmarktes ab 2020 an, verbunden mit Aufteilung der finnischen Staatsbahn VR in vier Gesellschaften.
  • Spanien veröffentlichte Vergabekriterien für den Betrieb von Passagierverkehren von und nach Spanien. National Express bot über die spanische Tochtergesellschaft Alsa Ferrocarril erstmalig Leistungen in Konkurrenz zur spanischen Staatsbahn RENFE an.
  • Schweizerische Bundesbahn SBB stand bei Neuvergabe der Schweizer Fernverkehrskonzessionen erstmals im Wettbewerb mit Regionalbahn BLS.
  • Französische Staatsbahn SNCF bewarb sich in Großbritannien zusammen mit Virgin und Stagecoach um neues Hochgeschwindigkeitsangebot im Rahmen des West-Coast-Franchise.
  • Italienische Staatsbahn FS übernahm griechische Staatsbahn Trainose, niederländischen Bus- und Straßenbahnbetreiber Qbuzz sowie britische Eisenbahngesellschaft c2c und gründete mit First Group ein Joint Venture zur Bewerbung um Franchises in Großbritannien.
  • East Japan Railway gewann mit Abellio das West-Midland-Franchise und trat in britischen Personenverkehrsmarkt ein.