Integrierter Bericht 2017 – Auf in eine neue Zeit!

Lärmsanierung und -vorsorge fortgeführt

Lärmsanierung und -vorsorge

in Deutschland per 31.12.


2017

2016

2015

LÄRMSANIERUNG (BESTANDSNETZ)

Errichtete Schallschutzwände in km 1)

50

38

52

Wohnungen mit passiven Maßnahmen

1.634

1.495

1.853

Lärmsanierte Strecke gesamt 2) (gerundet) in km

1.700

1.600

1.500

Lärmvorsorge
(Neu- und Ausbaustrecken)

Errichtete Schallschutzwände in km

23

44

17

Wohnungen mit passiven Maßnahmen 3) (gerundet)

1.400

1) Ermittelt auf Basis der verausgabten Mittel.
2) Kumulierte Streckenlänge der Lärmsanierungsbereiche (entsprechend Anhang 1 des Gesamtkonzepts Lärmsanierungsprogramm) aus den Lärmsanierungsprojekten mit fertiggestellten aktiven Lärmschutzmaßnahmen (Schallschutzwände) und eingeleiteten passiven Lärmschutzmaßnahmen (Schallschutz an Wohnungen), inklusive Streckenabschnitten, die im Rahmen von Neu- und Ausbaumaßnahmen durchgeführt werden sollen.
3) Vorjahreszahlen werden überprüft.

Mit dem 1999 von der Bundesregierung aufgelegten »freiwilligen Lärmsanierungsprogramm an bestehenden Schienenwegen des Bundes« wird es für Anwohner von Bahnstrecken leiser. Von den derzeit rund 3.700 als hoch belastet eingestuften Streckenkilometern sollen bis Ende 2020 durch die Umsetzung von LärmschutzmaßnahmenNR. 25 2.000 Streckenkilometer lärmsaniert werden. In einer Prioritäten­liste ist festgelegt, wo die höchsten Belastungen vorliegen und in welcher Reihenfolge die einzelnen Ortslagen lärmsaniert werden. Die Bundesregierung stellte im Berichtsjahr insgesamt 150 Mio. € für Lärmschutzmaßnahmen bereit. Damit werden nicht nur die Maßnahmen des freiwilligen Lärmsanierungsprogramms finanziert, sondern auch das För­derprogramm zur Umrüstung von Güterwagen sowie weitere Projekte im Lärmschutz. Davon wurden rund 110 Mio. € für aktive und passive Lärmschutzmaßnahmen des Lärm­sanierungsprogramms verwendet. Die Fortschritte bei der Lärmsanierung von Strecken entsprechen im Wesentlichen unserer Prognose aus dem Integriertem Bericht 2016.

Mit der Abschaffung des sogenannten Schienenbonus und einer weiteren Absenkung der Grenzwerte des frei­willigen Lärmsanierungsprogramms des Bundes auf 57 dB in der Nacht in Wohngebieten ist die Voraussetzung ge­schaffen worden, Anwohner noch besser vor Schienenlärm zu schützen. In der Folge muss das freiwillige LärmsanierungsprogrammNR. 101 des Bundes grundlegend überarbeitet werden. Es ist davon auszugehen, dass sich der Umfang an Strecken, die in das überarbeitete Lärmsanierungsprogramm fallen, erhöhen wird. Dabei werden auch die bereits sanierten Streckenabschnitte in die Betrachtung einbezogen. Die Überarbeitung des Lärmsanierungsprogramms wird voraussichtlich im Frühjahr 2018 abgeschlossen sein. Die Veröffentlichung erfolgt im Nachgang durch das BMVI.

Für den Zeitraum von 2016 bis 2018 stellt der Bund im Zukunftsinvestitionsprogramm (ZIP) Mittel von insgesamt rund 1 Mrd. € für Infrastrukturprojekte zur Verfügung. Ein hoher zweistelliger Millionenbetrag fließt auch in die Finanzierung zusätzlicher Lärmschutzmaßnahmen, unter anderem in besonders belasteten Regionen wie dem Inntal oder dem Mittelrheintal.

Nach der Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarungen zwischen dem Bund, den Ländern Rheinland-Pfalz und Hessen sowie dem DB-Konzern im März 2017 ist nun der Weg frei, um den Lärmschutz im Mittelrheintal weiter zu verbessern. Insgesamt sind bis 2021 und darüber hinaus auf beiden Seiten des Rheins knapp 73 Mio. € für zusätzliche lärmmindernde Projekte vorgesehen. Zum Einsatz kommen unter anderem Schienenstegdämpfer und Lärmschutz­wände. Rund 50 Lärmschutzmaßnahmen werden den Schienen­verkehrslärm weiter reduzieren. Auch für 10.000 Anwohner im Inntal an der Bahnstrecke München – Rosenheim – Kiefersfelden wird sich die Lärmsituation spürbar ­verbessern. Das BMVI, der Freistaat Bayern und der DB-­Konzern haben im September 2017 vereinbart, dass auf der rund 100 km langen Strecke, die stark von Güterzügen im Zulauf auf den Brenner frequentiert wird, weitere Lärm­minderungsmaßnahmen errichtet werden.

Im Gegensatz zum freiwilligen Lärmsanierungsprogramm für bestehende Strecken ist der Anspruch der Anwohner auf Lärmschutz beim Aus- oder Neubau von Strecken im Bundes-Immissionsschutzgesetz gesetzlich verankert. Im Rahmen der sogenannten Lärmvorsorge entstehen zahlreiche Lärmschutzmaßnahmen, deren Umfang allerdings immer von der Anzahl und dem Fortschritt der einzelnen Projekte abhängig ist.