Integrierter Bericht 2017 – Auf in eine neue Zeit!

Einschränkungen im Bahnbetrieb

Das Berichtsjahr war geprägt von einem außergewöhn­­li­chen Ausmaß an Betriebserschwernissen, die auch die Pünk­­tlich­keit negativ beeinflusst haben.

So verzeichneten wir mit den Sturmtiefs Paul im Juni sowie Xavier und Herwart im Oktober drei Unwetterlagen, die zu flächendeckenden Betriebseinstellungen und um­­fangreichen, oft tagelang andauernden Streckensperrungen führten. Beispielsweise kam es durch Sturm Xavier zu mehreren Hundert stehenden Zügen bei DB Cargo. Aufgrund der schweren Streckenstörungen und aufwendigen Aufräum­­arbeiten dauerte es eine Woche, bis wieder Normalbetrieb herrschte.

Die Folgen des Sturmtiefs Paul wurden verstärkt durch die Anschläge auf die Bahninfrastruktur im Vorfeld des G20-Gipfels, die in denselben Zeitraum fielen. In Berlin, Hamburg, Köln, Dortmund, Leipzig und Bad Bevensen wurden Spreng- und Brandanschläge auf Kabelschächte und elektronische Stellwerke verübt. Die Störungen der LST hatten bundesweite Auswirkungen.

Negativ auf die Pünktlichkeit – vor allem im Fernverkehr – wirkte auch die ICE-Entgleisung im Dortmunder Hauptbahnhof im Mai, da die aufwendigen notwendigen Reparaturen an Weichen und Gleisen drei Wochen dauerten und umfangreiche Umleitungen erforderten.

Aufgrund einer Gleisabsenkung infolge des Wassereinbruchs bei Tunnelarbeiten musste zudem der viel befahrene Streckenabschnitt zwischen Rastatt und Baden-Baden ab dem 12. August für sieben Wochen gesperrt werden. Dies hatte erhebliche Auswirkungen für den Personen- und Güter­­verkehr. Bis zu 30.000 Reisende wurden während der Sperrung täglich mit Bussen befördert. Außerdem mussten für die bis zu 200 Güterzüge, die täglich auf der Rheintalstrecke verkehren, Umleitungsmaßnahmen erarbeitet werden. DB Cargo fährt normalerweise täglich rund 80 Züge über die Rheintalbahn. Damit so viele Züge wie möglich die Um­­leitungsstrecke nutzen konnten, setzte DB Cargo zusätzliche Diesel- und E-Loks und 70 Lokführer im gesamten Zeit­­raum ein. Alle zusätzlichen Lokführer mussten in Strecken­­-kunde oder Baureihenkenntnis sowie Sprachkenntnissen für den Frankreichverkehr geschult werden. Dadurch konnten zwischen 50% und 60% der Züge fahren und es kam zu keinen Engpässen bei versorgungsrelevanten Gütern.

Auch der Fahrplanwechsel im Dezember wurde aufgrund eines Wintereinbruchs in weiten Teilen Deutschlands von Betriebserschwernissen begleitet, die die Anlaufschwierigkeiten bei der Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke Berlin‒München verstärkten.

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