Integrierter Bericht 2017 – Auf in eine neue Zeit!

Beschäftigungsbedingungen ­verbessert

Die mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) im Dezember 2016 im Verhandlungswege und mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) im März 2017 im Rahmen der Schlichtung vereinbarte Erhöhung der Tabellenentgelte um 2,5% zum 1. April 2017 wurde umgesetzt, ebenso die vereinbarten Verbesserungen für Nachwuchskräfte, wie zum Beispiel die Erhöhung der Ausbildungs-/Studienvergütung, die Einführung eines Mietkostenzuschusses oder die Prämie zur betrieblichen Altersvorsorge zwei Jahre nach Übernahme in ein Arbeitsverhältnis. Für den Zeitraum vom 1. Oktober 2016 bis 31. März 2017 wurde eine Einmalzahlung in Höhe von 550 € für Arbeitnehmer und 250 € für Auszubildende und dual Studierende gezahlt.

Darüber hinaus wurde mit den Gewerkschaften ein individuelles Wahlrecht zur Arbeitszeit vereinbart. Arbeitnehmer konnten bis zum 30. Juni 2017 zwischen drei Modellen wählen: einer Entgelt­erhöhung um 2,62%, einer Arbeitszeitabsenkung um eine Wochenstunde oder sechs Tagen zusätzlichem Urlaub. Das gewählte Modell gilt ab Januar 2018. 58% der Arbeitnehmer entschieden sich für das Urlaubsmodell, 40% für die Entgelterhöhung und 2% für die Arbeitszeitreduzierung. Die aktive Rücklaufquote lag bei 70%.

Mit der EVG wurde der Tarifvertrag »Arbeit 4.0 EVG 2016« abgeschlossen und damit der bereits bestehende Tarif­vertrag Arbeit 4.0 abgelöst. Wesentliche Inhalte sind die Festlegung von Grundsätzen für mobile Arbeit, die Vereinheitlichung der Regelungen zur Rufbereitschaft mit der Einführung eines Leistungsentgelts für Rufbereitschaftseinsätze, verbindliche Festlegungen zum Verfahren bei Veränderung von Berufsbildern sowie die Teilhabe an Produktivitätsfortschritten durch Digitalisierung. Die Umsetzung der gemeinsamen Modellprojekte wurde im Berichtsjahr begonnen.

Im Rahmen der Weiterentwicklung des Demografie­tarifvertrags (DemografieTV) wurden für das Berichtsjahr insbesondere eine Förderung der Einbringung von Entgelt oder Überzeit in das Langzeitkonto und die Förderung der Nutzung von Gesundheitswochen vereinbart.

Mit der GDL wurden Verbesserungen der persönlichen Planungssicherheit wie Ankündigungsfristen für Ruhetage und Schichten, vereinheitlichende Regelungen zur Arbeitszeitverteilung sowie eine Evaluierung von Modellprojekten zur Schicht- und Ruhezeitgestaltung vereinbart. Darüber hinaus wurde die Entgeltstruktur für Lokomotivführer in drei Schritten und für Zugbegleiter sowie Bordgastronomen zum April 2018 weiterentwickelt.

Der 2014 mit der GDL abgeschlossene Tarifvertrag über besondere Bedingungen bei Verlust der Fahrdiensttauglichkeit (FDU-TV) wurde im Wesentlichen im Geltungsbereich erweitert. Ab 1. Juni 2017 sind auch Zugbegleiter und Bordgastronomen, die beruflich bedingt ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben können, vom Geltungsbereich des FDU-TV erfasst.

Für leitende Angestellte und außertarifliche Arbeitnehmer wurde die variable Vergütung bereits ab dem 1. Januar 2017 auf eine reine Erfolgsbeteiligung umgestellt. Damit zählt für die Erfolgsbeteiligung ausschließlich der gemeinsame Erfolg im DB-Konzern und im Systemverbund Bahn. Auf die Komponente persönliche Ziele wird im Rahmen der Erfolgsbeteiligung verzichtet. Die konkreten Zielwerte wurden im Rahmen der Mittelfristplanung vom Konzernvorstand definiert. Statt des bisher praktizierten Plan-Ist-Vergleichs zur Feststellung der Zielerreichung erfolgt künftig eine Orientierung an Referenzwerten, die mehrere Jahre stabil sind. Diese stabilen Referenzwerte unterstützen den Nachhaltigkeitsaspekt der Strategie DB2020+.

Für eine verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und individuellen Bedürfnissen wurde in der für die außertariflichen Arbeitnehmer geltenden Konzernbetriebsvereinbarung eine Wahlmöglichkeit in Bezug auf Arbeitszeit beziehungsweise Urlaub eingeführt. Mit Wirkung ab dem 1. Januar 2018 haben auch außertarifliche Arbeitnehmer die Wahl, sechs zusätzliche Tage Urlaub im Jahr zu erhalten oder ihre Wochenarbeitszeit um eine Stunde abzusenken. Die Inanspruchnahme der Wahlmöglichkeit erfolgt jeweils unter Absenkung des individuellen Jahresgrundgehalts um 2,5%. Für leitende Angestellte besteht ab 2018 ebenfalls die Möglichkeit, sechs Tagen zusätzlichen Urlaub gegen eine entsprechende Reduzierung des Jahresgrundgehalts zu wählen.

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