Integrierter Bericht 2017 – Auf in eine neue Zeit!

Ergebnisentwicklung weiter positiv

Überleitung auf die bereinigte Ergebnisrechnung

  • In der bereinigten Ergebnisdarstellung werden Sondersachverhalte eliminiert – die Überleitung auf die bereinigte Ergebnisdarstellung erfolgt in zwei Schritten: Erst werden standardmäßige Um­­gliederungen vorgenom­­men und dann einzelfallbe­zogene Sondereffekte bereinigt.
  • Die Umgliederungen umfassen im Wesentlichen zwei Sach­­verhalte:
    • Aus dem Zins­ergebnis werden die Be­­stand­­teile um­gegliedert, die nicht mit den Netto-­Finanz­­­schul­den und Pensionsrückstellungen zusammenhängen: vorwiegend Auf- und Abzinsungseffekte von langfristi­gen Rückstellungen (ohne Pensionsverpflichtungen) und langfristigen Verbindlichkeiten (ohne Finanz­schul­­den). Der nicht operative Charakter dieser Bestandteile zeigt sich auch daran, dass der Einfluss auf das Zins­ergeb­­nis sehr stark vom jeweiligen Zinssatz am Ab­­­schluss­stichtag abhängt.
    • Die zweite wesentliche Umgliederung betrifft Ab­­schrei­­bun­­gen auf immaterielle Vermögenswerte, die im Zuge der Kaufpreisallokation von Akquisitionen (Pur­chase Price Allocation; PPA) bei der Bewertung lang­fristiger Kundenverträge aktiviert wur­den. Vor allem im Personenverkehr sind die bestehenden Verkehrsverträge ein wesent­­licher Bestandteil der Kaufpreisbewertung. Um eine operative Beurteilung sicher­­zustellen und eine Ungleichbehandlung gegenüber ande­­ren Ver­kehrs­verträgen zu verhindern, werden diese Abschrei­bungs­­­be­standteile aus dem operativen Ergebnis eli­miniert. Der im Berichtsjahr umgegliederte Betrag re­­sultiert fast vollständig aus der Akquisition von Arriva.
  • Bei der Bereinigung von Sonder­effekten handelt es sich um Sachverhalte, die dem Grunde und/oder der Höhe nach als außerordentlich gelten und die die operative Entwicklung im Zeitablauf wesentlich beeinträchtigen würden. Unabhängig von der Höhe werden Buchgewinne und -verluste aus Transaktionen mit Beteiligungen/Fi­nanz­­­anlagen bereinigt. Einzelsachverhalte werden be­­reinigt, so­­fern sie außerordentlichen Charakter haben, buchhalterisch genau abgegrenzt und bewertet werden können und ihrer Höhe nach wesentlich sind.

Überleitung auf die bereinigte
Gewinn- und Verlustrechnung
in Mio. €

2017

Umgliederungen

Bereinigung Sondereffekte

2017
bereinigt

Auf-/Ab-
zinsung IFRS

Beteili-
gungs-
ergebnis

PPA-
Amortisa-
tion

Restruktu-
rierung

Wert-
minde-
rungen im Oberbau

Neu-
bewertung
ökologischer
Altlasten/
Immobilien

Sonstige

Umsatz

42.693

11

42.704

Bestandsveränderungen und andere
aktivierte Eigenleistungen

2.900

2.900

Sonstige betriebliche Erträge

2.954

–127

–25

2.802

Materialaufwand

– 21.457

0

16

– 21.441

Personalaufwand

– 16.665

306

–4

– 16.363

Sonstige betriebliche Aufwendungen

– 5.890

26

180

12

– 5.672

EBITDA/EBITDA bereinigt

4.535

205

180

10

4.930

Abschreibungen

– 2.847

73

19

125

–120

–28

– 2.778

Operatives Ergebnis (EBIT) | EBIT bereinigt

1.688

73

224

125

60

–18

2.152

Zinsergebnis | Operativer Zinssaldo

– 704

19

3

– 682

Operatives Ergebnis nach Zinsen

984

19

73

224

125

60

–15

1.470

Ergebnis aus at Equity bilanzierten
Unternehmen | Beteiligungsergebnis

14

0

14

Übriges Finanzergebnis

– 30

–19

0

– 49

PPA-Amortisation Kundenverträge

–73

– 73

Außerordentliches Ergebnis

–224

–125

–60

15

– 394

Ergebnis vor Ertragsteuern

968

968

 

Auszug bereinigte Gewinn- und Verlustrechnung in Mio. €

2017

bereinigt

2016
bereinigt

Veränderung

absolut

davon Kon-
solidierungs-
kreiseffekte

davon
Währungs-
kurseffekte

%

Umsatz

42.704

40.576

+ 2.128

+54

–415

+ 5,2

Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen

2.900

2.741

+ 159

–1

–2

+ 5,8

Sonstige betriebliche Erträge

2.802

2.650

+ 152

+2

–14

+ 5,7

Materialaufwand 

– 21.441

– 19.858

– 1.583

–36

+191

+ 8,0

Personalaufwand

– 16.363

– 15.669

– 694

–9

+135

+ 4,4

Sonstige betriebliche Aufwendungen 

– 5.672

– 5.643

– 29

–9

+72

+ 0,5

EBITDA bereinigt

4.930

4.797

+ 133

+1

–33

+ 2,8

Abschreibungen

– 2.778

– 2.851

+ 73

–4

+11

– 2,6

EBIT bereinigt

2.152

1.946

+ 206

–3

–22

+ 10,6

Operativer Zinssaldo

– 682

– 721

+ 39

+1

+4

– 5,4

Operatives Ergebnis nach Zinsen

1.470

1.225

+ 245

–2

–18

+ 20,0

Beteiligungsergebnis

14

34

– 20

0

– 58,8

Übriges Finanzergebnis

– 49

– 65

+ 16

0

+2

– 24,6

PPA-Amortisation Kundenverträge

– 73

– 91

+ 18

+2

– 19,8

Außerordentliches Ergebnis

– 394

– 397

+ 3

–1

– 0,8

Ergebnis vor Ertragsteuern 

968

706

+ 262

–2

–15

+ 37,1

Operative Ergebnisgrößen entwickeln sich deutlich positiv

Die im Folgenden dargestellte Entwicklung beschreibt die um Sondereffekte bereinigten Veränderungen der wesentlichen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung. Die Auswirkun­­gen der Veränderungen im Konsolidie­rungs­­kreis und aus Wäh­­rungskurseffekten sind in der folgenden Ta­­­belle dargestellt und werden im Folgenden nicht mehr erläutert.

Im Berichtsjahr wirkten Währungskurseffekte insgesamt ertrags- und aufwandsmindernd. Effekte aus Veränderungen im Kon­­solidierungskreis waren nicht wesentlich.

Das bereinigte EBIT verbesserte sich auf Basis der positiven Ertragsentwicklung deutlich. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass negative Effekte aus Einschränkungen im Bahnbetrieb in Höhe von rund 140 Mio. € die Entwicklung im Berichtsjahr belasteten.

  • Die Umsatzentwicklung war deutlich positiv.
  • Die sonstigen betrieblichen Erträge legten unter an­derem in­­folge der Erstattung der Kernbrennstoffsteuer, höheren Erträgen aus Schadensersatzzahlungen sowie aus der Auflösung von Rückstellungen bei DB Schenker und der Betriebsaufnahme neuer Verkehre im Vorjahr bei DB Arriva zu.
  • Der Materialaufwand stieg operativ deutlich an. Hierbei wirkten sich im Wesentlichen höhere eingekaufte Transportleistun­gen bei DB Schenker infolge von Nach­fragezuwäch­­sen und gestiegenen Frachtraten aus. Die Auf­wendungen für Energie stiegen preis- und mengenbedingt.
  • Der Personalaufwand legte ebenfalls deutlich zu. Neben Tarifeffekten wirkte sich auch die höhere Mitarbeiterzahl aus, insbesondere bei DB Schenker und DB Netze Fahr­­­­weg sowie infolge der Betriebsaufnahmen und Akquisitionen bei DB Arriva.
  • Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen leicht. Getrieben wurde die Entwicklung durch höhere Mietaufwendungen vor allem bei DB Schenker.

Im Saldo stiegen die Erträge deutlicher als die Aufwendun­­gen. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich spürbar.

  • Die Abschreibungen waren leicht rückläufig, getrieben unter anderem durch geringere Netto-Investitionen und rückläufige außerplanmäßige Abschreibungen bei DB Netze Fahrweg. Zudem wirkten niedrigere Abschreibungen auf Fahrzeuge vor allem bei DB Fernverkehr.

Die Entwicklung der bereinigten Ergebnisgrößen der Geschäftsfelder war differenziert. Insbesondere die Geschäftsfelder DB Fernverkehr, DB Netze Fahrweg und DB Schenker entwickelten sich sehr positiv. Dämpfend wirkten gegenläufig die Entwicklung von DB Regio infolge von zusätzlichen Belastungen in den Bereichen Instandhaltung und Personal sowie von Zuführungen zur Drohverlust­­rückstellung. Auch bei DB Cargo, DB Netze Energie und im Bereich Sonstige war die Ergebnisentwicklung schwächer.

EBIT bereinigt nach
Geschäftsfeldern
in Mio. €

2017

2016

Verände­rung

absolut

%

DB Fernverkehr

381

173

+ 208

+ 120

DB Regio

508

636

– 128

– 20,1

DB Arriva

301

280

+ 21

+ 7,5

DB Cargo

– 90

– 81

– 9

+ 11,1

DB Schenker

477

410

+ 67

+ 16,3

DB Netze Fahrweg

687

561

+ 126

+ 22,5

DB Netze Personenbahnhöfe

233

221

+ 12

+ 5,4

DB Netze Energie

72

126

– 54

– 42,9

Sonstige/Konsolidierung

– 417

– 380

– 37

+ 9,7

DB-Konzern

2.152

1.946

+ 206

+ 10,6

Die Entwicklung des operativen Ergebnisses nach Zin­­sen war deutlich positiv. Zusätzlich zur positiven EBIT-Entwicklung verbesserte sich auch der operative Zinssaldo. Hier wirkten Effekte im Zusammenhang mit der Erstattung der Kernbrenn­­stoffsteuer sowie niedrigere Zinsen bei Refinanzierungen.

Das rückläufige Beteiligungsergebnis wurde maßgeblich durch London Overground (Geschäft ist übergegangen auf die vollkonsolidierte Arriva Rail London) und Barraqueiro bei DB Arriva getrieben.

Die Entwicklung im übrigen Finanzergebnis ergab sich im Wesentlichen aus der Aufzinsung von Rückstellungen. Gegenläufig wirkten Effekte aus Sicherungsgeschäften.

Die außerordentlichen Belastungen bewegten sich auf Vorjahresniveau und beeinflussten die Entwicklung des Ergebnisses vor Ertragsteuern, das sich auch deutlich verbesserte, nicht wesentlich.

Außerordent­liche Belastungen auf Vorjahresniveau

Außerordentliches Ergebnis in Mio. €

2017

davon
EBIT-
wirksam

2016

davon
EBIT-
wirksam

DB Fernverkehr

DB Regio

21

21

2

2

DB Arriva

5

5

– 7

–7

DB Cargo

– 5

–5

– 48

–48

DB Schenker

– 105

–105

– 4

–4

DB Netze Fahrweg

– 10

–7

– 4

–1

DB Netze Personenbahnhöfe

– 10

–10

– 1

–1

DB Netze Energie

– 15

–15

– 244

–244

Sonstige/Konsolidierung

– 275

–275

– 91

–91

DB-Konzern

– 394

–391

– 397

–394

Das außerordentliche Ergebnis veränderte sich nicht wesentlich und setzte sich unter anderem aus folgenden Sonder­effekten zusam­­­men:

  • Aufwendungen im Rahmen von Restrukturierungs­maßnahmen (DB Regio, DB Cargo, DB Schenker, Bereich Sonstige),
  • Effekte aus Wertminderungen im Oberbau (Rückbau von Oberleitungs­anlagen stillgelegter Strecken, DB Netze Fahr­­weg),
  • Aufwendungen aus der Rückstellungserhöhung für ökologische Altlasten (Bereich Sonstige) sowie Erträge aus der Wertaufholung und Rückstellungsverminderung bei Immobilien infolge einer geänderten Portfoliostrategie (DB Netze Fahrweg).

Das außerordentliche Ergebnis im Vorjahr setzte sich unter anderem aus folgenden Sondereffekten zusammen:

  • Aufwendungen aus Rückstellungserhöhungen im Zu­sammenhang mit der Beteiligung am Gemeinschaftskraftwerk Neckarwestheim GKN aufgrund der Ergebnisse der Kommission zur Finanzierung des Kernenergie­ausstiegs (DB Netze Energie) und
  • Aufwendungen im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen (DB Regio, DB Cargo, DB Schenker, Bereich Sonstige).

Jahresergebnis verbessert

Auszug Gewinn- und
Verlustrechnung in Mio. €

2017

2016

Verände­rung

absolut

%

Ergebnis vor Ertragsteuern

968

706

+ 262

+ 37,1

Ertragsteuern

– 203

10

– 213

      tatsächliche Ertragsteuern

– 180

– 157

– 23

+ 14,6

     latenter Steueraufwand

– 23

167

– 190

Jahresergebnis

765

716

+ 49

+ 6,8

      Aktionäre der DB AG

745

695

+ 50

+ 7,2

      andere Gesellschafter
     (nicht beherrschende Anteile)

20

21

– 1

– 4,8

Ergebnis je Aktie in €

      unverwässert

1,73

1,62

+ 0,11

+ 6,8

      verwässert

1,73

1,62

+ 0,11

+ 6,8

Die deutliche Verbesserung des Ergebnisses vor Er­­trag­steu­­ern wurde durch die Entwicklung der Ertragsteuerposition gedämpft. Hier wirkte im Wesentlichen die deutlich rückläufige Entwicklung der latenten Steuerposition bei der DB AG infolge schwächerer steuerlicher Ergebniserwartungen des DB-Konzerns. Das Jahresergebnis (Ergebnis nach Er­­tragsteu­­ern) stieg dementsprechend weniger deutlich an.

Das Ergebnis je Aktie entwickelte sich entsprechend.