Integrierter Bericht 2017 – Auf in eine neue Zeit!

Digitalisierung im Bahnbetrieb

Ausbau digitale Leit- und Sicherungstechnik

Im Rahmen von insgesamt vier Vorserienprojekten treiben wir die Digitalisierung der Leit- und Sicherungtech-nik (LST) weiter voran und schaffen damit die technischen Voraussetzungen zur flächendeckenden Ausrüstung mit European Train Control System (ETCS) Level 2 sowie zur Umsetzung der Betriebssteuerungsstrategie. Als technische Plattform dient dabei ein durch DB Netze Fahrweg spezifiziertes modulares Stellwerk mit standardisierten Schnittstellen (Digitales Stellwerk; DSTW) und einem integrierten Bedienplatz. Die Kommunikation erfolgt über ein für die bahnspezifischen Anforderungen entwickeltes IP-Netzwerk und unter Berücksichtigung der für die Eisenbahninfrastruktur geltenden Sicherheitsanforderungen. Im Berichtsjahr wurden entsprechende Verträge zur Umsetzung der neuen Technik abgeschlossen.

Für uns stellt die standardisierte LST-Plattform die Grund­­­lage für einen späteren Flächenrollout dar, die langfristig das fragmentierte Produktionssystem unterschiedlichster Technikgenerationen ablösen soll. 

Weiterführende Informationen

Einsatz von Wayside-Monitoring-Systemen

Wayside-Monitoring nutzt die Möglichkeiten der Digitalisierung im Sinne einer vorausschauenden Instandhaltung. Ziel ist es, die Qualität im System Bahn zu verbessern und die Kosten für die Instandhaltung zu senken, indem sich anbahnende Unregelmäßigkeiten frühzeitig erkannt und Störungen so vermieden werden. Hierzu wird beim Wayside-Monitoring der Zustand von Schienenfahrzeugen im laufenden Betrieb überprüft. Bei der akustischen Diagnose nehmen Mikrofone an den Gleisen Zuggeräusche auf. Weicht das Ergebnis vom Normalwert ab, wird die Fahrzeugwartung aktiv, und das, bevor am Zug überhaupt ein Defekt entsteht. Im Berichtsjahr wurde ein videobasiertes System zur Online-Befundung von Waggons für die In-standsetzung erprobt. Im ersten Halbjahr 2018 soll ein laserbasiertes Messsystem zur Vermessung von Radsätzen im laufenden Betrieb getestet werden.

Automatisierte Abdrücklok bei DB Cargo

Automatische und digitale Abläufe im Schienengüter­verkehr sind von hoher Bedeutung für die Wettbewerbs­fähigkeit. DB Cargo investiert daher unter anderem in die Digita­lisierung seiner produktionellen Herzstücke – die Ran­­gierbahnhöfe. Ein erster wichtiger Meilenstein ist die zum vollautomatischen Fahren umgebaute Rangierlokomotive, die mit moderner Sensorik und Steuertechnik Hindernisse und Personen erkennen kann und automatisch an die Güterwagen zum Rangieren heranfährt. Ihre Abläufe sind in den gesamten Steuerungsprozess eines Rangierbahnhofs eingebettet. Ein Pilotprojekt dazu läuft aktuell im Rangier-bahn­­­hof München Nord.

Neues Asset&Maintenance Digital Lab

Zu den Zukunftsthemen im Schienengüterverkehr zählt auch die zunehmende Digitalisierung im Bereich Fahrzeuge und Instandhaltung. Intelligente Güterwagen und Lokomotiven oder die Digitalisierung von Werkstattabläufen sind nur einige Themen, an denen im »Asset & Maintenance Digital Lab amspire«, im House of Logistics and Mobility in Frankfurt, gearbeitet wird.

3-D-Druck für vorausschauende Instandhaltung

Der 3-D-Druck im DB-Konzern begann Ende 2015 mit dem Druck eines einfachen Mantelhakens. Seitdem wurden bereits 3.000 Ersatzteile verschiedenster Art gedruckt, mit steigender Tendenz. Dabei reicht die Bandbreite vom Lüftungsgitter über Kopfstützen bis zur Querdämpferkonsole. Während die ersten Ersatzteile ausschließlich aus Kunststoff waren, werden mittlerweile auch Metallbauteile im Pulverdruckverfahren produziert und im Hochgeschwindigkeitsverkehr eingesetzt. Ein Beispiel ist der Klemmenkasten, der empfindliche Kabel an einem Motor im ICE schützt. Für die Instandhaltung der Fahrzeuge brauchen wir sofort lieferbare Ersatzteile. Drucken ist schneller und flexibler als herkömmliche Herstellungsverfahren und die Fahrzeuge sind innerhalb kürzester Zeit wieder im Einsatz.